z 719 stránek
Titul
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
Inhaltsübersicht
V
VI
VII
VIII
Edice
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Chronologisches Verzeichnis
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Zusätze und Verbesserungen
709
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Band IX. Abt. 3. (1427–1431)
Autor:
Kerler, Dietrich
Rok vydání:
1887
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
719
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Vorwort
- V: Inhaltsübersicht
- 1: Edice
- 649: Chronologisches Verzeichnis
- 671: Orts-Personen register
- 709: Zusätze und Verbesserungen
Strana 504
502
Reichstag zu Nürnberg im Febr. und Merz 1431.
nr. 454 bereitet auf die dort zu lösende Aufgabe vor, und ist zugleich eine vortreffliche
Quelle über die vorangegangenen Reichstagsverhandlungen. Die Instruktion Frankfurts
nr. 456 gibt einige freilich recht dürftige Andeutungen über die Stellung welche diese
Stadt dem Ansinnen des Königs gegenüber einnahm. Die Beschlüsse des Speierer Tages
selber sind in zwei Fassungen, einer längeren und einer kürzeren, erhalten, welche zwar
im wesentlichen mit einander übereinstimmen aber doch kleinere beachtenswerthe Verschie-
denheiten von einander aufweisen (nr. 457). Der Inhalt von nr. 457 ist in das Schreiben
Ulms an Nördlingen vom 19 Mai nr. 460 übergegangen, welches in seinem ersten Theile
den mündlichen Bericht der von Speier zurückgekehrten Ulmer Gesandtschaft über die
dort gepflogenen Verhandlungen reproduziert. Die im Eingang von nr. 460 stehende
Notiz über die in Speier vertretenen Städte wird ergänzt durch die Präsenzliste nr. 457a
und die Auszüge aus den Stadtrechnungen nr. 453; 455; 458; 459. Der Abschied
nr. 457 spricht mit keinem Worte über die Besprechungen, welche zu Speier in Betreff
der Wideraufnahme des Projektes eines großen Städtebundes stattfanden, aber schon
deshalb zu keinem befriedigenden Abschluß führen konnten, weil sich eine Anzahl nam-
hafter Städte gar nicht eingefunden hatte (nr. 460 art. 1). Es kennzeichnet vielleicht
die Spannung, welche infolge des Pfalbürgerverbotes zwischen dem König und den
Städten eingetreten war, daß die Nürnberger besorgten, Sigmunds Mißstrauen könnte
wachgerufen werden wenn er von einem Städtetag erst höre nachdem ein solcher ab-
gehalten worden, und ihm den von dem Städtebunde handelnden Theil der für die Speierer 20
Versammlung festgesetzten Tagesordnuug ganz verschwiegen. In der Antwort des Königs
scheint eine an die Städte gerichtete Warnung enthalten zu sein (nr. 460 art. 2).
Hatte man sich zu Speier für die Theilnahme an dem Feldzug erklärt und einige
allgemeine Bestimmungen über die Organisation der städtischen Truppen getroffen, so
blieb es nun den einzelnen Städten oder Städtegruppen überlassen die Größe ihrer Kon- 25
tingente selber festzusetzen. Der Schwäbische Bund, von Ulm zusammenberufen (nr. 460),
tagte darüber zu Ulm Juni 1. Da hier nur Mehrheitsbeschlüsse zustandekamen, so wurde
den Bundesgliedern ein weiterer Termin angesetzt zu schriftlicher Erklärung ob sie sich
diesen Beschlüssen unterwerfen wollen (nr. 461).
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J. Zweiter Anhang: Herrentag zu Windsheim 1431 Sept. 30 nr. 462-465.
30
Die Stücke, welche unter J zusammengestellt sind, gehören einer Zeit an, da bereits
alle Anstrengungen der Reichsstände zur Bezwingung der Ketzer, welche durch den
Nürnberger Reichstag hervorgerufen und veranlaßt worden waren, mit völliger Nieder-
lage der Deutschen geendigt hatten. Unter dem Eindruck, welchen die schimpfliche
Flucht hervorbrachte, standen alle denen nicht das nationale Bewußtsein gänzlich ent-
schwunden war. Aber während Fürsten und Städte gänzlich entmuthigt in Theilnahm-
losigkeit zu versinken scheinen, tritt die Ritterschaft auf den Plan. Kardinal Julian
schreibt an Pabst Eugen IV 1432 Jan. 13, die Ritter haben ihm in Nürnberg ihre
Absicht kundgegeben, im nächsten Sommer, und zwar ohne die Fürsten, gegen die Ketzer
zu Felde zu ziehen. Sie verlangten von der Kirche nur zur Bestreitung ihrer Ausgaben
eine Beisteuer, und fanden damit beifällige Aufnahme bei dem Kardinal (Monumenta
concill. generalium seculi decimi quinti 2, 96). Die Absicht, im kommenden Sommer
gegen die Hussiten zu ziehen, stand auf der Tagesordnung der Versammlung von Grafen
Herren Rittern und Knechten zu Windsheim 1431 Sept. 30 (nr. 462 art. 3), war aber
schon vorher, wol unmittelbar nach der Katastrophe bei Taus, von etlichen graven herren
ritter und knecht auß allen Dewtschen landen, die dann auf dem nechsten vergangen
zug zu Behem gewest sein erwogen worden. Doch nicht bloß für die große Unterneh-
mung im Sommer 1432 sondern auch zur Abwehr etwaiger zunächst drohender Invasionen
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