z 719 stránek
Titul
Ia
Ib
Vorwort
I
II
III
IV
Inhaltsübersicht
V
VI
VII
VIII
Edice
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Chronologisches Verzeichnis
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Zusätze und Verbesserungen
709
Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Band IX. Abt. 3. (1427–1431)
Autor:
Kerler, Dietrich
Rok vydání:
1887
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
719
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Vorwort
- V: Inhaltsübersicht
- 1: Edice
- 649: Chronologisches Verzeichnis
- 671: Orts-Personen register
- 709: Zusätze und Verbesserungen
Strana 66
64
Reichstag zu Frankfurt im Nov. und Dez. 1427.
Die Versammlung erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Von den Kurfürsten
hatten sich die Rheinischen Kollegen und der Markgraf von Brandenburg eingefunden,
während der Herzog von Sachsen einige seiner Räthe geschickt hatte. Auch die hervor-
ragenderen Reichsstädte waren bis auf wenige vollzählig erschienen. Sie weigerten sich,
die Frankfurter Beschlüsse so wie sie vorlagen ohne alle Einschränkung auszuführen,
nur Friedberg (nr. 100 art. 4h) ist willig „als der Anschlag ausweist“. Die meisten
wollten, daß die Steuer bei ihnen nach ihrer Stadt Brauch und nicht nach nr. 76
art. 15 erhoben werde, mit anderen Worten: sie wünschten nicht, daß fremde von ihnen
unabhängige Steuerbeamte in den Wirkungskreis der städtischen Behörden eingreifen.
Dies wurde zugestanden. Dagegen wurde das Anerbieten der Schwäbischen Städte mit
dem bei ihnen gesammelten Gelde die entsprechende Söldnerschaar selber zu stellen, von
den Fürsten rundweg abgelehnt, welche — und gewiß mit gutem Grunde — an art. 32
d. h. an der Anwerbung der Truppen durch den obersten Hauptmann und die kurfürst-
lichen Räthe festhielten (s. besonders nr. 105).
Windeck bei Mencken a. a. O. col. 1201 läßt das Reichskriegssteuergesetz erst auf 15
dem Heidelberger Tage beschlossen werden, und reiht einige Artikel des Gesetzes nach
ihrem Wortlaut, andere kurz zusammenfassend an. Er hat wahrscheinlich kein voll-
ständiges Exemplar der Frankfurter Beschlüsse mit Eingang und Schlußdatum vor sich
gehabt, sonst hätte er sie nicht wol der Heidelberger Versammlung zutheilen können.
Was Aschbach 3, 265-266 über letztere berichtet ist irrig, weil er Windeck folgt. Er 20
wie seine Quelle sind leicht zu korrigieren an der Hand der Aktenstücke, die wir zum
Abdruck bringen.
10
J. Zweiter Anhang: Königliche Aufforderung an Mf. Friedrich I von Branden-
burg zur Übernahme der Stelle eines Oberhauptmanns im Hussitenkrieg nr. 108.
In art. 34 von nr. 76 tritt zwischen der deutschen und der lateinischen Fassung 25
ein beachtenswerther Unterschied zu Tage: dort heißft es, die Kurfürsten und Fürsten
hätten gerathschlagt, daß der Kardinal und der Mf. von Brandenburg oberste Haupt-
leute sein sollen; der lateinische Text dagegen schreibt nicht nur consultum visum fuit
sondern auch concluserunt, cardinalem . . . et marchionem . . . capitaneos . . . fore
debere. Der König drückt sich in nr. 108 über die zu Frankfurt erfolgte Bezeichnung
der zwei obersten Hauptleute ebenso wie die deutsche Fassung aus. Dem königlichen Ein-
greifen war selbstverständlich ein weiterer Spielraum gegeben wenn ein Gutachten als
wenn ein Beschluß der Reichsversammlung vorlag. Die Gesandtschaft an den König,
welche im zweiten Entwurf des Steuergesetzes nr. 72 aufgeführt wird, gieng ab, und
auf die von ihr vorgetragene Bitte der Fürsten erließ K. Sigmund an Kurbrandenburg
die Aufforderuug nr. 108. In staatsrechtlicher Hinsicht ist das Stück merkwürdig: der
König ernennt nicht den Feldhauptmann, sondern richtet an ihn nur die Bitte und das
Begehren, den ihm von anderer Seite zugekommenen Antrag anzunchmen, und stattet dann
als Inhaber der obersten Gewalt ihn mit mehreren Machtbefugnissen aus, die er ihm
schon einmal, nämlich als er ihn 5 Sept. 1422 zum obersten Hauptmann ernannte (RTA.
8, 184-185 nr. 162), ertheilt hatte. Nur über dieser Machtbefugnisse Dauer trifft er
eine Bestimmung, während die Urkunde von 1422 mit den Worten schloß: und des
vorgenanten Fridrich houptmanschaft sol weren etc. Hier ist es also die Stelle oder das
Amt bezüglich dessen er eine Verfügung erläft, dort nur einzelne Vollmachten für den
neuen Feldhauptmann, in Betreff deren er sonst übereinstimmende Anordnungen trifft.
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