z 97 stránek
Titel
I
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III
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Einleitung
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Personen- und Orstverzeichnis
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Název:
Das St. Pauler Formular. Briefe und Urkunden aus der Zeit König Wenzels II.
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
97
Obsah:
- I: Titel
- 1: Einleitung
- 24: Edice
- 86: Personen- und Orstverzeichnis
Strana 9
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(38, 70, 79), Heinrich von Lipa und seine Gattin Hezika (38, 40, 44, 46), Heinrich (5, 35)
und Ulrich von Neuhaus (42, 7), Raimund von Leuchtenburg (38, 44, 46), Fridemann von Smayn
(38), Bavor von Strakonitz (49), Benesch von Wartenberg (56, 78, 81), Heinrich und Bohuslaw
von Wyra (71), Friedrich von Schönberg (71), Odolenus von Egerberch (71), Witiko von Aupa.
Schwabenitz und Hermanitz mit seinen Söhnen Sebor und Bernhard (8, 9, 11, 28, 33), Lupus
de Donicz (44) und Zesema von Brandeis (33); unter den Ministerialen des mährischen Bisthums
und den Landesbeamten daselbst ist namentlich Soběhrd von Holleschau in einer ganzen Reihe
von Nummern vertreten (7, 8, 9, 11, 34), dann sein Bruder Andreas, Herbord von Fullenstein
und seine Söhne (2, 13, 14) und der Schenk von Mähren, Protiwa von Dubrawetz.
Die Bürgerschaften in den Städten sind deutsch: man sieht es aus ihren deutschen
Vornamen,1) dann aus den Beinamen: von Eger, Regensburg, Passau u. s. w., endlich aus einer
Reihe von nebensächlichen Bezeichnungen. Von Prager Bürgerfamilien sind die wichtigsten ver-
treten; wir finden Niklas Frenzlin, den Richter Frowein, Rudlin von Passau, Merklin, Konrad,
Otto, Eberhard vom Stein, die zahlreichen Mitglieder der Familie Wölfel, Konrad Baier, Hiltmar
Friedinger, Simon Stuck, Dietrich Eberbach, den Richter Sturm, die Familie Hahn (de Gallis,
deutsch nach den Vornamen Rudel und Friedel), Pernold, den Richter Heinrich, Meingot, Billung,
Tafelrung u. a. Auch Leitmeritzer Bürger, wie der Richter Franz, Konrad von Gabel, Egerer
wie Tuto (Nr. 52), Budweiser wie Konrad, Eberlein und Friedel (Nr. 85), Pilsner, wie
Wolfram und Berthold (Nr. 86), Wischauer, wie Arnold (91), werden genannt. Wie sie die
Kenntnis ihrer Gewerbe in die slavischen Länder vorbereitet haben, so finden sich auch in den
lateinischen Urkunden noch manche deutsche technische Ausdrücke, für die nicht gleich der
entsprechende lateinische zur Hand war, oder die man doch zur grösseren Deutlichkeit neben
dem lateinischen stehen liess. So liest man in Nr. 11 tenemur dictis civibus sexaginta marcas
argenti, quod vulgariter werbeit nuncupatur
Oder Nr. 63: Franco de Lacu obligavit hurtas
sive institas suas, in quibus pannus venditur, Meinhardo
Die meisten Bürger, die in diesen Urkunden genannt werden, betreiben entweder Geld-
geschäfte oder werden als Zeugen auf Schuldurkunden vermerkt, oder übernehmen endlich die
Bürgschaft für die rechtzeitige Bezahlung einer Schuld. Solche Schuldurkunden sind Nr. 3, 5,
8, 11, 15, 18, 19, 33, 36, 37 (Quittung), 38, 40, 41, 42, 43—46, 50, 51, 52, 62, 63, 65, 69,
70 u. 71; sie betreffen in vielen Fallen die Summe für die auf Borg genommenen Waaren —
in credentia, wie der technische Ausdruck lautet. Wird für die Waaren nicht zu rechter Zeit
gezahlt, so hat der Gläubiger das Recht, zu Lasten des Schuldners entweder wieder Waaren zu
kaufen (z. B. pannos emendi) oder das Geld „in Iudea“ aufzunehmen. Von eigentlichen Gewerben
ist kaum die Rede; beachtenswerth ist Nr. 6: Der Schneider Baier hat neben dem Hofe
Meinhard Wölfels ein Haus erbaut. Auf den Baugrund hat er nach Meinhards Versicherung kein
Recht, es kommt zum Streit und dieser endet mit dem Vertrag, dass Baier Haus und Hof
zeitlebens benützen darf, dafür verpflichtet er sich, Meinhard und seiner Familie alljährlich die
Kleider zu nähen, bezw. auszuflicken. Nach Baiers Tode darf dessen Witwe das Haus frei ver-
kaufen: Das Vorkaufsrecht bleibt indessen Meinhard gewahrt.
In einer Zeit, wo in Böhmen und Mähren die Colonisation noch im besten Gange ist,
allüberall im Grenzwalde und auch im Innern des Landes gerodet und gebaut wird, wird es auch
1) Wer sich für altdeutsche Namen interessiert, dem bietet der Index des Emler'schen Regestenwerkes
eine unglaubliche Fülle. Vielleicht findet er sich auch durch die Thatsache erfreut, dass die Bürger jener Tage
auch an deutschem Sang und deutscher Dichtung ihre Freude haben. Wie hätten sie sonst die gefeierten Namen
der deutschen Dichtung: Isolde (in der Familie des Richters Frowein), Gunther, Gernot, Hiltgunt etc. zu ihren
Vornamen gewählt.