z 404 stránek
Titul
I
II
III
IV
Předmluva
V
VI
VII
Obsah
VIII
Úvod
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Rejstřík
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- s. 19: … von Alters her ipsa lege der höchste Gerichtshof für das Königreich Böhmen und die Markgrafschaft Mähren "das hochste recht yn dysem kuniglichen…
- s. 349: … Bürger weder insge- sammt noch einzelne von keinem Einwohner des Königreichs Böhmen vor diesem oder dem kleinen Landesgerichte belangt werden, ausser in…
- s. 349: … dem kleinen Landesgerichte belangt werden, ausser in Betreff von im Königreich Böh- men liegenden Gründen, die sie entweder bereits besitzen oder künftig erwerben…
Název:
Der Oberhof Iglau in Mähren und seine Schöffensprüche aus dem 13. bis 16. Jahrhundert
Autor:
Tomaschek, Johann Adolf
Rok vydání:
1868
Místo vydání:
Innsbruck
Počet stran celkem:
404
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VIII+396
Obsah:
- I: Titul
- V: Předmluva
- VIII: Obsah
- 1: Úvod
- 56: Edice
- 353: Dodatek
- 373: Rejstřík
Strana 19
19
2. eine rechtsprechende (richterliche). Die Veranlassungen, aus denen
die richterliche Thätigkeit des Oberhofes eintrat, waren folgende: I. wenn
die Schöffen das Urtheil selbst nicht finden oder unter einander darüber
nicht eins werden konnten, 2. wenn die Parteien das Urtheil straften oder
schalten (arguere sententiam) mit den einfachen (schlechten) Worten:
das vrtail, das meine herren die sheppen getailt han, straff ich vnd will
ein pessers prengen von der stadt von der ichs ezu rechte prengen schall. 1)
Erst im Anfange des XVI. Jahrhunderts nimmt die Berufung den Namen
Appellation an. 3. wenn zwei Urtheile einander entgegenstanden "vrtail
wider vrtail geiaget sind,“ wenn z. B. der Gerichtshof, der das Urtheil
fand, selbst wieder Oberhof über andere Städte, Märkte oder Dörfer
war, z. B. Kolin über Welin. 4. wenn die Parteien gleich ursprünglich
sich erklärten, die Entscheidung von Iglau herholen zu wollen, z. B. eine
oder die andere dem Landrecht unterlag, und sich freiwillig der städtischen
Gerichtsbarkeit unterwarfen.
Das Abhängigkeitsverhältuiss der Städte wird von Iglau selbst mit
dem der Söhne zu ihrem Vater, der Mündel zu ihrem Vormund, der
Glieder zu ihrem Haupte verglichen.
Die Bedingungen, unter denen sodann vom Iglauer Schöffenhofe die
endgiltige Entscheidung (sententia diffinitiva) eintrat, an deren genaue
Einhaltung die darum sich bewerbenden Schöffenhöfe zu wiederholten
Malen gewiesen werden, sind folgende: Holten die Schöffen Belehrung
ein, so mussten sie es auf ihren Eid nehmen, dass sie das Urtheil
nicht selbst finden könnten. Beriefen sich die Parteien, so musste der
ganze Verlauf der Verhandlung mit Klage, Antwort u. s w. genau schrift-
lich aufgenommen, der ganze Act mit dem Siegel der Stadt verschlossen,
nicht durch einen schlechten Boten, sondern durch zwei geschworne Schöffen
(Eidgenossen) persönlich überbracht werden, die den Fall auch mündlich
aufklären mussten. Die Entscheidung sollte endlich "mit schlechter Mei-
nung und kurzen Worten", nicht willkürlich „aus eigenen Haupten“, son-
dern "nach Massgab ihres Stadtrechtes oder ihrer Vernunft" erfolgen.
In montanistischer Beziehung war der Iglauer Oberhof schon von
Alters her ipsa lege der höchste Gerichtshof für das Königreich Böhmen
und die Markgrafschaft Mähren "das hochste recht yn dysem kuniglichen
regimentt", wie sich ein Schöffenspruch ausdrückt. 2) Der Ruf des Iglauer
Bergrechts verbreitete sich aber bald über die Marken dieser Länder. Und
so kam es, dass, obwohl die Iglauer sich für nicht verpflichtet erklärten,
Anfragen und Berufungen ausserhalb Böhmens und Mährens zu erledigen,
bald auch von den berühmtesten Bergstädten Sachsens, Schlesiens und
anderer Länder Bitten um Belehrungen und Entscheidungen einliefen, denen
1) Vgl. hiemit Const. juris met. Wenc. II. L. IV. Cap. de appellatione.
2) Georg von Wlaschim, mährischer Unterkämmerer, sagt in einer Anfrage im
J. 1500: my ginde w tieto zemi nindyz prawo hledati newieme nez w Gihlawie, tu
kdez gest wssem horniem prawow w kralowstwie Czeskem wrch a naywyssie misto.
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