z 404 stránek
Titul
I
II
III
IV
Předmluva
V
VI
VII
Obsah
VIII
Úvod
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Rejstřík
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Název:
Der Oberhof Iglau in Mähren und seine Schöffensprüche aus dem 13. bis 16. Jahrhundert
Autor:
Tomaschek, Johann Adolf
Rok vydání:
1868
Místo vydání:
Innsbruck
Počet stran celkem:
404
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VIII+396
Obsah:
- I: Titul
- V: Předmluva
- VIII: Obsah
- 1: Úvod
- 56: Edice
- 353: Dodatek
- 373: Rejstřík
Strana 5
5
alter, bereits unter dem Vater der Verleiher geltender Rechte handelt.
Ein rechtlicher Verkehr dieser Stadt mit Iglau lässt sich jedoch nirgends
nachweisen, und es kommen auch keine Iglauer Schöffensprüche dahin vor.
2. Brünn. Diese Stadt erhielt im Jahre 1243 von König Wenzel I.
von Böhmen ein ziemlich umfangreiches Stadtrecht, 1) das unstreitig auch
bei der Redaction des Iglauer Stadtrechtes in einzelnen Artikeln benützt
wurde. Im Anfange des XIV. Jahrhunderts fand jedoch in Brünn eine
Reception des Iglauer Rechtes statt, wenn gleich die Hinweisung auf dieses
nicht ausdrücklich geschieht, vielmehr die einzelnen in der Regel wörtlich
aus dem Iglauer Stadtrecht übertragenen Bestimmungen als Bürgersatzun-
gen bezeichnet werden. "Da neue müncz in dem lant wert,2) da hat man
die vorgeschreben alten recht also ausgeleit sam hernach stet.“ Es ist
aber mehr als eine Auslegung, wie schon Rössler3) bemerkt, es ist eine
wesentliche Veränderung des ursprünglichen Stadtrechtes in seinen wich-
tigsten Grundsätzen, und entschieden eine Annahme des Iglauer Rechtes,
obwohl auch Bestimmungen des alten Stadtrechtes ausdrücklich aufge-
nommen werden und auch einzelne Abweichungen besonders in den Straf-
sätzen von dem Iglauer Stadtrechte vorkommen. Auch in dem aus der
Mitte des XIV. Jahrhunderts stammenden, von Rössler herausgegebenen
Brünner Schöffenbuche halten die Schöffen noch hie und da an dem alten
Stadtrechte als "jura originalia" fest, doch trägt die weitere Fortbildung,
wie sie sich im Schöffenbuche offenbart, weit eher den Charakter des von
Iglau her eingedrungenen als den des ursprünglichen Stadtrechtes an sich.
Iglauer Rechtsgrundsätze werden von den Brünner Schöffen fortwährend
angewendet, nicht selten Artikel des Iglauer Rechtes wörtlich entlehnt. 4)
Wir haben in den den einzelnen Schöffensprüchen hinzugefügten Erläu-
terungen auf die correspondirenden Stellen des Brünner Schöffenbuches
hingewiesen. Es ist gewiss nicht ohne Bedeutung, wenn in einigen Brünner
Schöffensprüchen das als altes Recht bezeichnet wird, was in Iglauer
Sprüchen seinen Ausdruck gefunden hat, 5) und es fällt schwer, hier nicht
an einen unmittelbaren Iglauer Rechtseinfluss zu denken. Weniger Ge-
wicht wäre auf die ganz unvermittelte Aneignung Iglauer Schöffensprüche
seitens des Brünner Schöffenbuches zu legen, z. B. des Igl. Schspr. 164
in 122 des Br. Schb. Denn der Brünner Notar hat wohl nur ein ihm
durch einen Zufall bekannt gewordenes Iglauer Schöffenurtheil hier, wenn
gleich am unpassenden Orte eingeschoben, so wie etwa der Iglauer Notar
in (4) den Znaymer Schöffenspruch nach Pirnitz. Dass die Iglauer sich
1) Abgedruckt und erläntert in E. Fr. Rössler's deutschen Rechtsdenkmalern aus
Böhmen und Mähren II. Die Originalurkunde im Brünner Stadtarchive.
2) Im J. 1300 wurden die ersten böhmischen Groschen zu Kuttenberg geprägt.
3) a. a. O. Beilage II. 37 ff.
4) So beispielsweise in Spr. 260 (Rössler a. a. O. S. 120), vergl. damit a. 90,
91, 93 des Iglauer St.-R. (Tomaschek a. a. O. S. 291 ff.)
5) Vergl. z. B. Brünner Schöffensp. 95 mit Iglau 94, 193 Brünn mit 99 Iglau,
564 Brünn mit 206 Iglau.