z 180 stránek
Titul
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Předmluva
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Edice
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Rejstřík
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Název:
Concilia Pragensia : 1353-1413 : Prager Synodal-Beschlüsse
Autor:
Höfler, Karl Adolf Constantin
Rok vydání:
1862
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
180
Počet stran předmluvy plus obsahu:
LXIV+116
Obsah:
- I: Titul
- III: Předmluva
- LXIII: Edice
- 113: Rejstřík
Strana L
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in den Pfad des angemessenen Ausdruckes ein, wie er auch von der Austheilung des heiligen
Sacramentes in beiden Gestalten, was Rokycana von ihm behauptete,*) gleichfalls auf den
Rath Einsichtsvoller wieder abging.**) Er musste sich überzeugen, dass Neuerungen, wenn
sie auch noch so gut gemeint waren, stets mindestens ebensogrosse wo nicht grössere Übel-
stände mit sich führten als die Belassung älterer Gebräuche, mit welchen sich eine grosse Er-
fahrung menschlicher Schwachheiten verband. Man darf auch nicht vergessen, dass die ganze
Stellung Janow’s als Beichtvater an der Domkirche und seit 1381 Domherr, von ihm an und
für sich grössere Zurückhaltung forderte. Nichts desto weniger beweiset gerade die mannhafte,
kühne Sprache, welche Mathias führte, am überzeugendsten, welche Freiheit der Bewegung im
Ganzen damals auf dem kirchlichen Gebiete herrschte und wie gesichert der Einzelne durch
die Bestimmungen des canonischen Rechtes war, das jede Willkührlichkeit ferne hielt und
strengen Beweis gegen jeden Angeklagten verlangte. Ja als der Erzbischof das Fest Mariä
Heimsuchung in Böhmen einführte, fand er von denselben Männern, welche 1388 auf Seiten
des Magisters Mathias festhielten, dem Scholasticus des Prager Capitels, M. Adalbert Ranconis
de Ericino und früheren Rector der Prager Universität, †) entschiedenen wissenschaftlichen Wi-
derstand. Es war das richtige Gefühl, dass die theo logische Wissenschaft unabhängig von
den persönlichen Ansichten des Erzbischofes ihren Weg zu gehen habe, diesem selbst die Fa-
cultät als natürlicher Rath zur Seite stehe, da sie das Autonome vertrete; andererseits
handelte der Erzbischof als Fürst der Kirche nach seinem Ermessen und führte ungeachtet
des von M. Adalbert geschriebenen Werkes das Fest ein. Beide bewegten sich da gleich-
mässig in ihren Sphären.
Man sieht denn schon aus dem Vorhererwähnten, und ganz abgesehen von weiteren
Streitigkeiten der Nationalitäten, der Deutschen und Čechen, der Christen und Juden, des Kö-
nigs und seiner Beamten mit dem Clerus, dass bei dem grossen und eigenthümlichen Leben
desselben eine nicht geringe Sorgfalt nothwendig war, grössere und Gefahr drohende Reibun-
gen zu vermeiden. Die Kluft zwischen dem Weltclerus und dem regulären wurde statt kleiner
immer grösser. Schon Konrad Walthausen hatte einen langen und heftigen Streit mit den
Bettelmönchen gehabt; die Dominikaner waren zuerst mit zweien, dann mit 18 Artikeln ge-
gen ihn aufgetreten; die Augustiner mit sechs, während er ihnen bemerkbar machte, in wel-
*) Palacký S. 180.
**) Er selbst sagt übrigens: multitudini hominum eisdem corpus et sanguinem Jesu dispensando. Pa-
lacký S. 174, was freilich auch eine andere Deutung zulässt.
**)
Andererseits zeigt sich aber ein wesentlicher Unterschied zwischen Mathias und den späteren evan-
gelischen Predigern Böhmens auch darin, dass Ersterer nicht bloss Gehorsam lehrte, sondern auch
übte und somit denjenigen, auf welche er zu wirken gedachte, mit seinem eigenen Beispiele vor-
anging.
Sacrae Theologiae et liberalium artium professor studii Parisiensis nach Balbini Miscell. II. S. 85.
Siehe über ihn auch Palacký Formelbücher II. S. 151.
†)