z 180 stránek
Titul
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Předmluva
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Název:
Concilia Pragensia : 1353-1413 : Prager Synodal-Beschlüsse
Autor:
Höfler, Karl Adolf Constantin
Rok vydání:
1862
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
180
Počet stran předmluvy plus obsahu:
LXIV+116
Obsah:
- I: Titul
- III: Předmluva
- LXIII: Edice
- 113: Rejstřík
Strana XXXIV
XXXIV
ten Mann von ganz ähnlicher socialer Verirrung begriffen, der er zuletzt zum Opfer wurde,
als er aus Böhmen verbannt 1374 im Kerker zu Avignon starb.
Der Antichrist war nicht erschienen, wenn auch die Welt kaufte und handelte, die Stu-
denten studierten, die Priester gleich den Laien Zinsen von ihren Gütern zogen und das täg-
liche Communiciren nur ganz heiligen Personen — und deren hat es zu keiner Zeit viele ge-
geben — obne Profanation und Argerniss möglich war. Kann man somit vom universalhistori-
schen Standpunkte (und auf diesen kommt es hier an) Milič jene unbedingte Anerkennung, welche
er vielfach in neuerer Zeit gefunden hat, nur in sehr beschränktem Masse zuerkennen und
zeigt sich, dass die falsche Mystik, welche tiefere Wissenschaft verschmäht und alles von per-
sönlicher Erleuchtung abhängig macht, auch ihn erfasste, so bleibt er doch als die eigentliche
(einheimische) Quelle, aus welcher der Husitismus sich erhob und seinen vorherrschend indivi-
duellen Charakter annahm, immer von grosser historischer Bedeutung, der Reinheit seincs
Willens nach eine höchst achtbare Erscheinung. Es wäre jedoch sehr irrthümlich, wollto
man, wie es jetzt üblich wurde, glauben, dass die geistige Bewegung sich auf Milič und
seine Geistesgenossen beschränkt und zumal der Same, welchen Konrad ausgestreut hatte,
nicht auch auf anderen Grund als bloss mystisch-ascetischen gefallen sei. Abgesehen von den
Männern, welche wie Milič, Mathias von Janow, den bisherigen Geschichtsschreibern bekannt
wurden, besitzen wir noch ein kostbares Denkmal erweckter Thätigkeit an dem grossen
Werke des Johannes, des Predigers der Deutschen bei S ct. Gallus in der
Prager Altstadt dem Carolin gegenüber. Unter dem Namen der Summa collectionum oder
auch des Communiloquium ward dasselbe durch den Henslin, Notar des erwähnten Predigers 1373
beendet *). Es ist ein grosses Werk, als dessen Aufgabe gleich anfänglich ausgesprochen ist, nicht
bloss durch Predigt, sondern auch durch vertraute Gespräche und wohl vor Allem auf jene
Classen zu wirken, für die Konrad seine Postilla (studentium) schrieb,*) die aber das Volk nach
Milič's Vorgang für Häretiker erklärte, auf die Freunde des wissenschaftlichen Studiums. Der
Verfasser selbst stellt sich auf den Standpunkt eines e vangelisch en Predigers, schliesst
aber als solcher keinen Stand aus, wenn auch die Form, in welcher das Werk durch den
*) per Henslinum notarium domini Joannis predicatoris Theutonicorum ad Sct. Gallum Cod. Univ. V.
B. 4 fol.— Ich habe in einem Codex der Prager Univ. Bibliothek das Testament dieses Johannes
gefunden. Unter den Zeugen befindet sich auch Johannes de Pomuk der Martyrer vom J. 1393.
Postilla studentium Univ. Prag. super evangelia dominicalia. Auct. Conrado Walthausen.
Postillam studentium S. Prag. univ. ut super evangelia dominicalia quae leguntur per annum per
talem modum, quo ipsum ad populum proprio declamavi gutture, conscribere vellem et quae voce
transeunte etiam ipsis coram positis praedicando depromseram, scripturae manciparem remanenti
creberrimis ac instantivis precibus rogitatus atque promittentium se plurimum per hanc ad prae-
dicandum verbum dei cum effectu suo tempore animandos ipsorum piis votis refragari ne-
quirem, hoc ipsum sicut rogabar opus ad laudem dei ut potui perfeci. Seq. Ejusd. sermo de
tempore per annum, de passione domini.
MS. hievon in München, Prag, Raudnitz und auch in Ossek, wo ich es September 1855 auffand
*)