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Titul
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Předmluva
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Název:
Concilia Pragensia : 1353-1413 : Prager Synodal-Beschlüsse
Autor:
Höfler, Karl Adolf Constantin
Rok vydání:
1862
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
180
Počet stran předmluvy plus obsahu:
LXIV+116
Obsah:
- I: Titul
- III: Předmluva
- LXIII: Edice
- 113: Rejstřík
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wendig die Auffassung gestalten, wenn sich zeigt, dass die eigentlichen Wächter für Sitte und
Ordnung, die Erzbischöfe Böhmens, nicht schliefen, nicht die Hände in den Schooss legend der
beginnenden Wasserfluth ruhig zuschauten, sondern fortwährend jene Mittel der Abhilfe ergriffen,
in welchen man in den schwersten Zeiten Hilfe und Rettung gesucht und gefunden. Man wird
eben deshalb in Betreff der inneren Gründe der Entstehung des Husitismus weniger die Ver-
derbtheit des Clerus als die gesteigerte Überschwenglichkeit, den Uberreiz religiösen Gefühles,
das unter Führern wie Milič über seine Ziele krankhaft hinausstrebte und einem falschen My-
sticismus huldigte, annehmen müssen. Beide Faktoren wirkten zusammen und in einander, ehe
noch wycleffitische Lehren nach Böhmen gedrungen waren und bereiteten den Boden für
Johann von Husinec, welcher seinerseits den Nationalitätsstreit und die wycleffitischen
Doctrinen zu dem Fermente hinzubrachte.
Versuchen wir den Stand der Dinge näher ins Auge zu fassen.
Die Bedeutung Erzb. Arnest’s war nicht blos in Betreff Böhmens gross. Als der römi-
sche Stuhl die Opposition Ludwig des Baiern niedergeworfen, ein päpstlicher Candidat, Karl
von Mähren, deutscher König geworden war, erforderte die Billigkeit in Betreff der Papstwahl
von jener Ausschliesslichkeit abzugehen, welche die Deutschen und Nichtromanen so lange
Zeit von dem päpstlichen Throne ferne gehalten hatte, als die deutschen Kaiser in beinahe
ununterbrochenem Kampfe mit der Kirche gelegen waren. Die principielle Feindschaft der
beiden obersten Gewalten hatte aufgehört, eben deshalb musste auch ein Princip aufgegeben
werden, welches Sinn und Verstand nur für jene Tage gehabt hatte.
Von allen Staaten, die zum deutschen Reichskörper gehörten, hatte Böhmen, seitdem
eine Fürsten erbliche Könige geworden, zuerst und am stärksten an innerer Organisation
ebenso wie an äusserer Macht gewonnen. Ungeachtet mannigfaltiger innerer Streitigkeiten
war letztere seit dem Anfange des XIII. Jahrhundertes in immerwährendem Wachsthum begrif-
fen, und obwohl Otokars II. Niederlage und Tod 1278 den Verlust des Babenbergischen
Erbes feststellte, verging kein Menschenalter und die Erwerbung der Kronen von Polen und
Ungarn stand bereits als Ersatz für das Verlorene in Aussicht. Als auch diese glorreiche
Zukunft sich verzog, wurde in XIV. Jahrhunderte die Erwerbung Schlesiens, Mährens ohnehin
später selbst der Mark Brandenburg, der Lausitz und zahlreicher Territorien im eigentlichen
Deutschland durchgesetzt uud während Schwaben und Franken als besondere Herzogthümer
untergingen, Baiern erst durch die politische Selbständigkeit seiner Bischöfe geschwächt, dann
in zwei Theile gespalten wurde, das Reich selbst gleichsam Versuche anstellte, mit welcher
neuen Dynastie es ein kräftiges Kaiserthum wieder gewinnen könne und die Habsburgische
Macht an der kleinen oberbairischen ihre westliche Gränze gefunden zu haben schien, erhob
sich das böhmische Königreich rastlos nach so vielen Schlägen des Geschickes immerwährend
zu neuem Muthe und zu neuer Grösse. Es war dieses theilweise die Folge einer weisen
Verwaltung, zu der Otakar den Grund gelegt hatte, dann des kriegerischen und stolzen Sin-
nes des böhmischen Adels, der an Macht und Ritterlichkeit mit dem französischen wetteiferte;
nicht minder der Entwickelung des Nationalwohlstandes durch die Berufung und Ansiedelung deut-