z 145 stránek
Titul
I
Obsah
II
III
Rejstřík
IV
V
Předmluva
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Název:
Quellen und Untersuchungen zur Geschichte der Böhmischen Brüder, vol. I
Autor:
Goll, Jaroslav
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
145
Počet stran předmluvy plus obsahu:
V+140
Obsah:
- I: Titul
- II: Obsah
- IV: Rejstřík
- 1: Předmluva
- 17: Edice
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Hus, welcher, obwol er Luther nicht gleichkomme, doch ein grösseres
Licht entzündet habe, als die Menschen — Flacius ist gemeint —
glauben.
Die Identificirung mit den Waldensern lehnt auch das Proëmium
ausdrücklich ab, dagegen wird der ältere Ursprung derselben und
ihre Bedeutung bereitwillig zugestanden. Die Entstehung der Waldenser
wird in das 13. Jahrhundert verlegt, aber dabei die Möglichkeit eines
höheren Alteres nicht geläugnet.1) Uber den Verkehr der Brüder
mit den Waldensern in der ersten Zeit der Unität berichtet das
Proëmium im Anschluss an Blahoslavs Summa,2) es übergeht aber
die von ihnen empfangene Bestätigung mit Stillschweigen.
Die von Esrom Rüdinger im J. 1579, als er Rektor der lateini-
schen Schule in Eibenschitz war, verfasste "De fratrum Orthodoxo-
rum in Bohemia et Moravia Ecclesiolis Narratiuncula“ kann noch
weniger als eine historische Quelle gelten.3) Was sich in dem Pro-
ëmium von den Waldensern vorfindet, kehrt auch hier wieder ; jedoch
nicht unverändert. Der Ursprung der Waldenser wird bestimmt in
das 13. Jahrhundert verlegt, die Möglichkeit einer Annahme ihrer
Lehren durch die Brüder, auf direktem oder indirektem Wege, nicht
mehr zugegeben. Ja auch den Verkehr der Brüder mit den Walden-
sern erwähnt Rüdinger nur, um bemerken zu können, die Wal-
denser hätten eine Verbindung mit den Brüdern gesucht, seien aber
von ihnen zurückgewiesen worden. Der Aufenthalt unter den Brü-
dern hatte Rüdinger für die Waldenser nicht günstig gestimmt.
XII. Joachim Camerarius.)
Zu den deutschen Freunden der Unität gehörte auch Joachim
Camerarius, den bereits 1540 Červenka zu Strassburg in Capitos
Hause und 1556 Blahoslav auf seiner Rückkehr von Magdeburg ken-
nen gelernt hatte. Als sich Cepola im J. 1571 zu zweitenmal nach
Deutschland begab, gab ihm Blahoslav ein Empfehlungsschreiben an
1) De Valdensibus tamen, ut breviter referamus, sunt horum Ecclesiae no-
stris multo antiquiores, quae nomen habent a Vualdo quodam, cive Lugdunensi, ut
perhibent. Unde et a loco pauperes Lugdunenses nominati sunt, qui dispersas hinc
inde in orbe Christiano Ecclesias habuerunt... ab annis iam trecentis, aut multo
etiam pluribus. Ahnlich Flacius im Cat. T. V.
2) Der erste Vorwurf der Brüder wird im Sinne der Zeit gegen die Theil-
nahme an der „papistischen Messe“ zugespitzt, der zweite, welcher sich auf den
„Reichthum“ der Priester bezog, ganz fallen gelassen.
3) Gedruckt als Anhang bei Camerarius. Vgl. Zezschwitz S. 148.
4) Gindely Quellen 321 ff.