z 145 stránek
Titul
I
Obsah
II
III
Rejstřík
IV
V
Předmluva
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Název:
Quellen und Untersuchungen zur Geschichte der Böhmischen Brüder, vol. I
Autor:
Goll, Jaroslav
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
145
Počet stran předmluvy plus obsahu:
V+140
Obsah:
- I: Titul
- II: Obsah
- IV: Rejstřík
- 1: Předmluva
- 17: Edice
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von der Amtsgewalt des Papstes und seiner Priesterschaft trennen
und bei sich die Ordnungen der ersten Kirche einführen sollten,
und zwar durch Wahl von Personen, denen die oberste Regierungs-
gewalt der Unität übertragen werden soll, und durch Aufrichtung
einer eigenen Priesterschaft.
Nach dem Schreiben an Rokycana sind drei Versammlungen
oder Synoden zu unterscheiden. Auf der ersten, zu der Theilnehmer
aus Böhmen, Mähren und auch deutsche Waldenser sich einfanden,
wurden die einleitenden Beschlüsse gefasst, während der zweiten offen-
barte Gott den Brüdern, er billige ihr Vorhaben. Ob sie dabei sei-
nen Willen durch das Los erforschten, ist nicht ausdrücklich gesagt,
dagegen wird es bestimmt angedeutet, dass dieses Mittel bei der
Wahl der ersten Priester, die während der dritten Synode vor sich
gieng, angewendet worden ist. Die Loswahl selbst wird nicht im ein-
zelnen beschrieben, und erst spätere Berichte ergänzen darin den
ersten. Das Los fiel auf drei Männer, deren Namen nicht angeführt
werden: an der Synode hatten 60 Brüder Theil genommen. Unter
den Gewählten sollte einer „die erste Stelle in der Gewalt des Amtes"
einnehmen, doch wird nicht gesagt, ob etwa das erste Los als ein
bevorzugtes galt, oder ob Gottes Wille in Bezug auf das künftige
Haupt der Unität nochmals und besonders erforscht worden ist.
Erst jetzt, nach vollbrachter Wahl, erhob seine Stimme derjenige,
der das, was kommen sollte, im Gesichte geschaut hatte, um den
Glauben und die Zuversicht der Brüder zu stärken: Gott habe den-
jenigen, auf den die Wahl wirklich gefallen war, zu ihrem Ober-
priester bestimmt.
Mit allen diesen Zügen des ersten Berichtes kommen auch die
Angaben der späteren Quellen überein, indem dasjenige, worin sie
etwa abweichen, minder wesentliche Einzelnheiten betrifft. Aber der
zweite Theil des ersten Berichtes tritt in einen auffallenden Wider-
spruch mit allen folgenden Quellen und ist an sich nicht durchaus
verständlich.
Der Wahl sollte die „Bestätigung“ der Gewählten unmittelbar
während der Wahlsynode folgen. Durch wen sollte sie aber vollzogen
werden? Die Brüder bestimmten dazu einen Priester römischer Weihe
und einen alten Waldenser Priester. Vom neuen wurde der Wille
Gottes erforscht, „ob er es haben wollte“, aber in welcher Weise
es geschah und was der Inhalt der Frage war, wird nicht aufge-
klärt, und dunkel bleibt es auch, ob dann die Bestätigung die den
Gewählten und dem Ersten unter ihnen insbesondere durch Hand-