z 119 stránek
Titul
1
2
3
4
5
6
Einleitung
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
Edice
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
Anmerkungen
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
Literaturverzeichnis
116
117
118
Inhaltsverzeichnis
119
Název:
Böhmen, wie es Johannes Butzbach von 1488-1494 erlebte
Autor:
Preiß, Horst
Rok vydání:
1958
Místo vydání:
München
Počet stran celkem:
119
Počet stran předmluvy plus obsahu:
119
Obsah:
- 1: Titul
- 7: Einleitung
- 19: Edice
- 102: Anmerkungen
- 116: Literaturverzeichnis
- 119: Inhaltsverzeichnis
Strana 62
Johann Švojše und Sezima von Horosek böhmischer, Konrad Weitracher,
Hans Kling österreichischer, Christoph von Gersdorf, Johann Tettauer schle-
sischer, Johann Podmanicky slovakischer Herkunft.
Nach langen Kämpfen wurden sie am 29. Jänner 1467 bei Tyrnau ent-
scheidend geschlagen. Reste dieser Gruppen machten jedoch bis ins 16. Jh.
Straßsen und Wege unsicher. Handel und Verkehr litten unter dieser Un-
sicherheit beträchtlich. 1492 endlich verhandelte der Prager Landtag über
die Einführung einer neuen Polizeiordnung, um dem Räuberunwesen zu
steuern und 1494 wurden auf dem Wenzeslai-Landtag neue Bestimmungen
zur Polizeiordnung von 1492 in Kraft gesetzt217.
Von weiterer Bedeutung für die Geschichte der beiden Bevölkerungsteile
Böhmens sind die ON-Schreibungen wie die Hinweise auf die Glaubens-
bekenntnisse der Bevölkerung, da der Verlauf eines immerhin großen Teiles
der Sprachgrenze rekonstruiert werden kann. Um die Ubersichtlichkeit zu
wahren, wurden die ON in alphabetischer Reihenfolge und nicht nach der
geographischen Lage der Orte oder dem Verlaufe des Reiseweges angeordnet.
Böhmisch Brod/ Český Brod. Hs.: tzeizekybrot. Bzh. u. Gbz.
Wie Deutsch (Německý) Brod und Ungarisch (Uherský) Brod an wich-
tigem Flußsübergang gelegen. Unterscheidung der einzelnen Orte durch
Nationalitätsbezeichnung der Einwohnerschaft. (1308 Broda Teutonicalis) 218,
Nach den Husitenkriegen wurde die Ortschaft tschechisiert, der ON wurde
beibehalten, obwohl er nicht mehr der Nationalität der Bevölkerung ent-
sprach 219.
Brüx/ Most. Hs.: Bruxia, britz, brix. Bzh. u. Gbz.
Heinrich von Kunstadt hatte 1480 die Burg den Brüdern Beneš und Ludwig
von Weitmühl überlassen. Beneš von Weitmühl war bis zu seinem Tode
(28. Aug. 1496) Herr der Brüxer Burg und der Postelberger Klostergüter,
hatte seinen Sitz aber in Komotau, zeitweise auch in Postelberg220.
Der ON ist Ubersetzung aus Hněvín Most221 nach dem PN Hněva. Wir
haben es hier mit einem Verkehrsnamen nach der Knüppelbrücke über die
dortigen Sümpfe zu tun, die bei Al Bekri, der sich seinerseits auf Ibrahim
ibn Jaqûb stützt, erwähnt werden. Die Bevölkerung ist z. Z. Butzbachs
deutsch, mit Tschechen untermischt. Dies stellt auch Klík heraus222. Das
deutsche Element bleibt tonangebend bis 1945.
„Brix“ entspricht der mda. Aussprache des ON, der nach eig. Beob.
bis heute von der ansässigen Bevölkerung so gesprochen wurde.
Budweis/ Budějovice. Hs.: buttwitz. Bzh. u. Gbz.
Dies ist die dt. Form zum sl. ON, der vom PN Budivoj abgeleitet ist.
Da Butzbach die Stadt nicht selbst besucht hat, ist es um so auffälliger, dafs
er die deutsche Form überliefert hat.
Chlum. Hs.: glum. Bzh. Časlau. Früher Stadt, jetzt Dorf.
Die Burg lag auf einer Anhöhe, an deren ostwärtigem Abhang ein Teich
lag (jetzt trockengelegt und in eine Wiese verwandelt). Der Ort liegt am
westlichen Abhang. Um 1260 durch eines der ältesten Geschlechter Böhmens,
die Slavata von Chlum, erbaut; am 9. Juni 1645 wurden Burg und Stadt
62