z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
Wiclifismus in Böhmen
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
Wiclifismus in den Schriften
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
181
182
183
184
185
186
187
188
189
190
191
192
Exkurse
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
204
205
206
207
208
209
210
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
232
233
234
235
Namen- und Sachregister
236
237
238
239
240
241
242
243
244
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
Strana 43
43
—
sehen genossen und auch nach seinem Tode ist noch oft und lange seiner
Verdienste gedacht worden. Im Jahre 1349 war er Magister und 1355
Rektor an der hohen Schule in Paris. Daher rühmt Thomas von Štitny
von ihm: Er war der erste unter den Tschechen, der die Magisterwürde
in der hl. Schrift auf der hohen Schule in Paris erlangt hat. In den 60er
Jahren erscheint er als Lehrer an der Hochschule in Prag und Kanonikus
am Domkapitel daselbst. Im Jahre 1370 finden wir ihn in einem lebhaften
Streit mit Heinrich von Oyta, den er bei dem Auditor der päpstlichen
Kanzlei um sechs Artikel willen belangte.1) Von diesen erinnert einer an
die gleiche Lehre der Hussiten, wonach der hl. Geist, nicht der Priester,
die Sünden vergibt. Sache des Priesters ist es nur, zu verkünden, daß
der hl. Geist dem Sünder verziehen habe.
In einen heftigen Konflikt geriet Adalbert um 1385 mit dem Erz-
bischof Johann von Jenzenstein, wobei es sich um mehrere Punkte handelte,
deren ersten kein Geringerer als der König Wenzel selbst angeregt hatte.
Eines Tages stellte dieser, wie er öfter zu tun pflegte, auf seinem Schlosse
Pürglitz an den Magister eine Frage, die sich auf das Fegefeuer bezog.
Wir kennen sie aus der Aussage des Erzbischofs: Ist es wahr, Meister
Adalbert, daß kein Heiliger im Himmel sei, der nicht zuvor zum Fegefeuer
hinabgestiegen ist? Als dieser die Frage bejahte, fiel der Erzbischof ein:
Mit Ausnahme der treugebliebenen Engel, worauf der Magister unwillig
erwiderte: Es ist nicht wahr. Und der Erzbischof: Sieh' zu, ob du auch
recht geredet hast. Darüber kam es zu langen Auseinandersetzungen.
Von den übrigen Punkten war der wichtigste jener, der die Frage des Heim-
fallsrechtes betraf. Darin trat der Domherr Kunesch von Třebowel für
die Anschauungen des Erzbischofs ein, der sich als warmer Freund des
Bauernstandes bekannte. Man darf hier daran erinnern, daß wir uns in
den Tagen befinden, wo sich in England noch die Nachwehen des großen
Aufstandes von 1381 bemerkbar machten und die Beziehungen zwischen
Böhmen und England rege waren. Der Erzbischof nahm für die Bauern
das freie Verfügungsrecht über ihr bewegliches und unbewegliches Gut
auch dann in Anspruch, wenn sie keinen direkten Erben hinterließen.
Er hat in diesem Sinne selbst nicht nur einen Traktat verfaßt2), sondern
auch auf den erzbischöflichen Gütern zu ihren Gunsten die Verfügung
getroffen, daß sie über ihren Besitz nach eigenem Ermessen verfügen
dürfen. Sollte jemand sterben, ohne ein Testament zu hinterlassen oder
1) S, Aschbach, Gesch. d. Wiener Universität I, 406 und Sedlák, Jan Hus 36.
2) S. meinen Aufsatz im 57. Bd. des Arch. f. österr. Gesch. 232 ff. Dazu J.
Kalausek, Traktat Jana z Jenšteina proti Vojtěchoví Rankovu o odúmrtich (Traktat
Johanns von Jenzenstein über das Heimfallsrecht). Huß behandelt den Gegenstand
in einer Predigt. Daß er die Schriften des Adalbert und Jenzensteins gekannt habe,
ist wohl möglich. S. Opp. II, 35 b.