z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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- s. 91: … Gelegenheit in gleicher Weise geäußert hat. 2) Cod. 3933 der Wiener Hofbibliothek, fol. 195b—196b, und zwar werden nicht bloß die Werke Wiclifs…
- s. 92: … bekannt gemacht hatte. Noch in einer anderen Hand- schrift der Wiener Hofbibliothek wird er genannt. Dort heißt es: Pertinens ad Paulum de…
- s. 103: … fol. 167b—169b. Es findet sich auch nach einer Handschrift der Wiener Hofbibliothek gedruckt in Pez, Thes. anecd. 4, 2 426—430 (im Auszug…
- s. 194: … Man findet die betreffenden Notizen in der Handschrift 1294 der Wiener Hofbibliothek. Indem diese Handschrift eine eigenartige Aus- stattung besitzt, die in…
- s. 200: … vermerkt, und zwar ist dies in der Handschrift 3933 der Wiener Hofbibliothek der Fall.2) Dieser Kodex gehörte dem oben genannten Gönner der…
- s. 200: … in De Simonia4), und zwar in der Handschrift 4536 der Wiener Hofbibliothek. In De Apostasia und De Blasphemia tritt diese Gliederung schon…
- s. 201: … sie entfaltet nicht die Pracht, wie der Kodex 1598 der Wiener Hofbibliothek, vielleicht sollten aber diese Bilder die Vorlage für diesen sein,…
- s. 201: … Text außerordentlich sorgfältig behandelt, besser als im Kodex 1339 der Wiener Hofbibliothek und V A 3 der Universitätsbibliothek in Prag, in welcher…
- s. 224: … genannte Schrift zurückzukommen, fand ich sie in einem Kodex der Wiener Hofbibliothek; es ist N. 4343. Die Hand- schrift enthält neben einzelnen…
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
Strana 224
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Um nun auf die oben genannte Schrift zurückzukommen, fand ich sie
in einem Kodex der Wiener Hofbibliothek; es ist N. 4343. Die Hand-
schrift enthält neben einzelnen Schriften Wiclifs und denen einiger böhmi-
scher Autoren nach den Angaben des neuen Handschriftenkatalogs auch
einen satirischen Dialog zwischen Kaiser Ludwig dem Bayer, dem hl. Petrus,
Christus, dem Papst usw. Ein Blick, den ich auf die ersten Zeilen dieser
angeblichen Satire warf, belehrte mich freilich, daß man es hier weder
mit einer Satire noch mit der Persönlichkeit Ludwigs des Bayers zu tun
habe und daß diese letztere Angabe von dem Verfasser des Handschriften-
kataloges aus Unkenntnis des Sachverhaltes gemacht wurde.
Es finden sich nämlich gleich in den ersten Zeilen des Dialogs wohl
die Worte Ludovicus imperator. Wer aber die beiden folgenden Worte
Ego Ludovicus liest und sich im Corpus iuris canonici einigermaßen um-
gesehen hat, der weiß, daß diese Worte sich nicht auf Ludwig den Bayern
beziehen, sondern daß damit das Pactum constitutionis imperatoris primi
Ludovici (also Ludwigs des Frommen) cum Romanis pontificibus gemeint
ist, jene Dekretale, in welcher angeblich Ludwig der Fromme den Päpsten
die Stadt Rom samt dem dazugehörigen Gebiete schenkt und den Römern
das Recht der freien Papstwahl verleiht 1). Mit Ludwig dem Bayer besteht
also nicht der mindeste Zusammenhang.
Eine genauere Einsichtnahme in den genannten Dialog belehrt uns
nun aber, daß er einen wissenschaftlichen Streit über die dringendsten
Fragen der Zeit, der er entstammt, enthält, den Streit um das Armuts-
ideal in der Kirche, um den Anspruch der Päpste auf weltliche Herrschaft
oder besser auf die Herrschaft der Welt, namentlich aber um das Schrift-
prinzip in der Kirche, das, wie man heute weiß, von keinem der soge-
nannten Vorreformatoren höher gehalten wurde, als von Wiclif und das
durch ihn auch in den Besitzstand der taboritischen Partei gekommen ist
und von ihr gleichergestalt hochgehalten wurde.
Leider ist der sogenannte Dialog nicht vollständig. Es müssen nament-
lich am Beginn einige Ausführungen abhanden gekommen sein. Aber
schon das, was noch vorliegt, ist wichtig genug. Gleich die ersten Worte
führen uns den leidenden Heiland vor: „Und sie zogen ihm einen Purpur-
mantel an, flochten ihm eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf das
Haupt.“ Und nun folgt gleich die Antithese. Eben jener Ludwig der
Fromme tritt auf und macht den Papst zum Herrn über Rom: „Ich, der
1) Es kann nicht meine Aufgabe sein, die ganze Literatur uber das Pactum
Ludovicianum vom Jahre 817 hier anzufuhren. Siehe das Kapitel Fälschungen in
Janus, der Papst und das Konzil. Vgl. Bombelli, Storia critica dell'origine e svol-
gimento del dominio temporale dei Pape, cap. XI u. pag. 279, Note 148; Gregorovius,
Gesch. d. Stadt Rom im Mittelalter, III5, S. 36 ff.; Sickel, Acta Karolinorum II,
381, u. Das Privilegium Ottos I, p. 50 f. — Daß Huß die Dekretale Ego Ludovicus fur
seine Darstellung benutzt, ist bekannt. Siehe Historia et Monumenta, tom. I, Fol. 224 b.