z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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- s. 112: … Sendschreiben, Flug- schriften usw. im 166. Bd. der Sitz.-Ber. der Wiener Akademie, S. 4 und 39. 2) Doc. 46, s. auch Predigten…
- s. 149: … II. Gemahlin, Kónigin von England, 1382—1394 in den Denkschriften der Wiener Akademie. Phil. hist. Klasse XX, 147—150. Wie Wiclif in De Potestate…
- s. 170: … dazu Loserth, Johann v. Wiclif und Robert Grosseteste, Sitz.-Ber. d. Wiener Akademie 186, dort der Hinweis auf Op. Ev..I, 28. Über die…
- s. 216: … von Lincoln im 186. Bd. 2. Abh. der Sitz.-Ber. der Wiener Akademie 31ff. 217 — dem Grabe entstiegen und vom Teufel unter…
- s. 223: … (Die Genesis der vier Prager Artikel) in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie 175, 3. Abhandlung gelöst worden. 224 Um nun auf die…
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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Bedeutung und Heiligkeit zuzuschreiben, die den von ihnen dargestellten
Ideen zukommen, so daß in solchen Fällen die Gefahr der Idololatrie
nur durch die Beseitigung der Bilder abzuwenden sei: man sieht aber
nicht, daß solche Lehren Janows auf seine Zeitgenossen in Böhmen sonder-
lich einwirkten. Das taten erst Lehren, die von anderer Seite herkamen,
und zumeist auch aus anderen Motiven die „Vernichtung der Sekten“
d.h. der geistlichen Orden und namentlich der Bettelorden verlangten,
und zur Zerstörung „der Nester des Teufels“ aufforderten. Indem die
hussitischen Wortführer durch mehr als anderthalb Jahrzehnte diese
Theorien von Lehrstühlen und Kanzeln herab, in Schrift und Wort dem
böhmischen Volke verkündigten und dieses fanatisierten, wurde jener un-
sägliche Haß gegen den „Antichrist“ und die „verkaiserte“ Kirche erzeugt
und großgezogen, der dann in den brutalen Gewalttätigkeiten und entsetz-
lichen Orgien seine Sättigung fand. Woher aber stammten diese Lehren?
II.
Man wird unter Wiclifs Schriften aus seinen letzten vier Lebens-
jahren kaum eine finden, in der nicht der Hochmut und Ehrgeiz, die Hab-
sucht und Simonie, die Ignoranz und der Stumpfsinn der Bettelmönche
in mehr oder minder scharfer Form gegeißelt würde. Die Anfänge seines
Streites mit ihnen liegen nicht völlig klar zutage. Erwiesen ist nur, daß
nicht seine Abendmahlslehre den Anlaß hierzu bot, denn schon in seiner
Schrift vom Pfarramte, also schon 1377, werden sie mit Worten und in
Wendungen angegriffen, die sich dann in den nach 1381 erschienenen
Schriften finden. Aus einigen Stellen seiner Predigten wird aber ersicht-
lich, daß die Abendmahlslehre den Kampf verschärfte, da nun die Bettel-
mönche Wiclif im ganzen Lande als Ketzer verschrien. Der Kampf schlug
alsbald tiefere Wogen: Nicht die Bettelmönche allein, sondern die gesamte
Hierarchie waren das „Nest, das die letzte Zufluchtsstätte der Mönche
bildet; die römische Kurie, wird der Zielpunkt von Wiclifs Angriffen
und da er in den Bettelmönchen die gefügigen Werkzeuge des römischen
Absolutismus erblickte, so behandelte er nun die meisten Fragen, die er
erörtert, z. B. wenn er die Verirrungen seiner Zeit, die Sünden und An-
maßungen der Geistlichkeit beschreibt, unter dem Gesichtswinkel seines
Streites gegen die Bettelmönche.
So wird schon im Trialogus (1381) erörtert, daß die bestehende Hier-
archie in der Bibel keine Begründung habe. Die Bettelmönche, als offen-
kundige Schüler des Antichrist, belasten die Kirche und verhindern, daß
„das Evangelium frei wie einstens“ gepredigt werde. So ein Bettelbruder
sei, wie angeblich1) schon der gefeierte Grosseteste gesagt hat, ein Kadaver,
1) Über das Mißverständnis der Außerung Grossetestes s. meine Abhandlung
Johann von Wiclif und Robert Grosseteste, Bischof von Lincoln im 186. Bd. 2. Abh.
der Sitz.-Ber. der Wiener Akademie 31ff.