z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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Fakultät und im folgenden Jahre Rektor. Die Rektorswürde bekleidete
er durch ein halbes Jahr bis Ende April 1403.
Mit Männern wie Andreas von Brod, Stephan von Palecz u. a. verband
ihn die warme Liebe für die nationalen Interessen. Seine tiefe Frömmigkeit
und sein Predigertalent fanden ihre Anerkennung darin, daß er, wiewohl
er erst im Jahre 1400 die Priesterweihe erlangt hatte, sofort entsprechende
Dienste als Prediger fand: Zuerst bei St. Michael in der Altstadt. Seine
Predigten waren sorgsam ausgearbeitet und fanden schon damals Ver-
breitung.1) 1402 erhielt er das Amt eines Predigers an der Bethlehems-
Kapelle, als deren Rektor er laut dem Stiftsbriefe an allen Sonn- und
Feiertagen das Wort Gottes in tschechischer Sprache vortragen sollte.2)
Dieses Bethlehem, die Stätte seiner Triumphe, ist ihm in Wirklichkeit ein
Heim geworden, an dem er immer mit Inbrunst gehangen.
Wohl schon als Student war Huß mit den philosophischen Schriften
Wiclifs bekannt geworden. Im Jahre 1398 schrieb er die vier Traktate
Wiclifs: De individuatione temporis, de ideis, de materia et forma und de
universalibus ab. Huß selbst hat (fol. 134a) davon Kunde gegeben:
Explicit tractatus de veris universalibus magistri venerabilis Johannis
Wycleph, sacre theologie veri et magni professoris. Anno domini 1398
in die sancti Jeronimi Slawy. per manus Hus de Hussynez. Amen. Tak
boh day (Sic deus det).3)
Man entnimmt den Worten über Wiclif die hohe Verehrung, die er
ihm entgegenbringt. Er tritt denn auch seit seiner Bekanntschaft mit den
Schriften des Engländers in jene Richtung ein, in der er seine eigentliche
Bedeutung erlangt hat. Bisher in tiefster Seele erfüllt von der Verehrung
für die Gebräuche und Gnadenmittel der Kirche, begann er nun seine
lebhafte Opposition dagegen.
Zwischen den Universitäten in Prag und Oxford gab es alte Verbin-
dungen. Ein Gesetz der philosophischen Fakultät vom 20. April 1367
bestimmte, daß die Baccalare bei ihren Vorlesungen sich der Hefte bekann-
1) Documenta 175. In seiner Verteidigung gegen die Aussage des Protiva sagt er:
Et istud mendacium Protivae possunt comperire illi, qui habent sermones meos de
primo anno predicacionis mee. Diese Predigten liegen in der Handschrift 4310 der
Wiener Hofbibl. vor: Themata sermonum tam pro dominicis quam pro festis. S. Sedlák
83/4.
2) Bei vielen alteren und neueren Historikern findet sich die irrige Behauptung,
daß es bis dahin in Prag keine Kirche gegeben, wo das Volk die Predigt in der tschech.
Muttersprache hören konnte. Zu dem, was Berger, Johannes Hus und König Sigis-
mund 71 anführt, hat man die Stelle Ludolfs von Sagan, eines Zeitgenossen, der um
1370 in Prag studiert hat, anzufugen (cap. 30): Et quidem ibi fuit ab olim permixtus
populus de utroque ydiomate et ideo rectores ecclesiarum prius predicabant
libere et quocumque istorum ydiomatum (wie Militsch) prout sue plebi viderunt
expedire.
3) Nach einem in meinem Besitz befindlichen Facsimile Dudiks.