z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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—
in Mißachtung bringen. Im Jahre 1361 Vorstand der Thomaskirche auf
der Kleinseite, erhielt er zwei Jahre später die Allerheiligenpfarre in Leit-
meritz, durfte jedoch mit Einwilligung der Oberen in Prag verbleiben. Aufs
neue erhoben sich seine Widersacher, um ihn zu verdrängen, immer ge-
hässiger wurden ihre Anschuldigungen, sie warfen ihm gewinnsüchtige
Motive für sein Verbleiben in Prag vor, schalten ihn Antichrist und ver-
breiteten ihre Verleumdungen in seine österreichische Heimat — an den
Hof Rudolfs des Stifters. Einen Ruf dahin lehnte Konrad im Hinblick
auf sein Verhältnis zum Kaiser, der ihn zu wichtigen Geschäften verwendete,
zwar ab, unterließ aber nicht, seine Landsleute über die Machenschaften
seiner Gegner aufzuklären. Zu diesem Zweck schrieb er seine Apologie.
Zu Beginn 1365 zum Pfarrer an der großen Teynkirche in Prag ernannt,
dehnte er sein reformatorisches Wirken nicht bloß über die böhmische und
salzburgische Erzdiözese aus, sondern suchte den Kaiser auch zu kraft-
vollem Einschreiten in die verrotteten Verhältnisse Italiens zu bewegen.
In seiner Tätigkeit als Prediger sah er sich auch jetzt noch durch seine
alten Feinde behindert. Als er am I. Mai 1365 in Saaz predigte, fingen die
Minoriten, um seine Stimme zu übertönen, mit allen Glocken zu läuten an.
Der Kampf gegen die Bettelmönche ging auch in den nächsten Jahren
weiter. Konrad fand seinen Trost in der Freundschaft gelehrter Männer,
von denen einzelne, wie der Magister Adalbertus Ranconis, mit ihm im
Briefwechsel standen, andere, wie Militsch von Kremsier, von ihm ihre stärk-
sten Anregungen erhielten. Leider sind jene Predigten, durch die er in so
erschütternder Weise auf seine Zuhörer wirkte, nicht erhalten geblieben.
Konrad starb am 8. Dezember 1369, tief betrauert nicht bloß von den
deutschen, sondern auch von den tschechischen Bewohnern von Prag.
Jene Predigten, die wir heute als aus seiner Feder stammend kennen,
sind vor Studierenden gehalten und dann auch wesentlich zu Schulzwecken
niedergeschrieben worden: Angehende Priester sollten aus ihnen Anre-
gung und Stoff für den eigenen Vortrag erhalten, und diesem Zweck haben
sie noch viele Jahrzehnte nach dem Tode ihres Verfassers gedient. Denn sie
wurden nicht bloß in Prag von den Klerikern sehr eifrig gesammelt1),
sondern verbreiteten sich auch über Mähren, Schlesien, Österreich und
Tirol bis in die Schweiz.2)
1) Cod. 285 des böhmischen Museums, 244: Ferias Pentecostales de postilla
Konradi quere circa Quadragesimales dictorum suorum, si illa poteris habere. Ego
autem non vidi eadem sed tantum Milicii.
2) Über Handschriften in Böhmen s. Palacky, Vorläufer, S. 16, Truhlař, Cata-
logus codd. manuscript. Latin. Postilla: Nr. 89, 151, 656, 835, 1106, 1275, 1276, 1284,
2625, Apologie, 2625, über mährische Dudík im Archiv f. österr. Gesch. XXXIX,
über tirolische Friedjung, Karl IV. S. 171. In Breslau finden sich sowohl in der
Stadt- als auch in der Un.-Bibl. einzelne Handschriften; über St. Galler Handschriften
s. das Verzeichnis der Handschriften der Stiftsbibliothek in St. Gallen, Nr. 714 und