z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
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Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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- s. 51: … Jahre 1394 verliehen wurde. „Dieses Jubeljahr", sagt die Chronik der Prager Universität, „hat die Taschen der Armen geleert." Wenzel behielt den größeren…
- s. 59: … 433. Lechler 2, 133. 2) Schon in dem Ausschreiben der Prager Universität an „verschiedene König- reiche und Länder“ über die vortreffliche Lebensführung…
- s. 67: … Magister Johannes Huß im Verein mit anderen Magistern an der Prager Universität siegreich verteidigt und vielfach empfohlen hat. Die taboritische Priesterschaft gab,…
- s. 90: … noch einzelne erhalten.1) Von den Tumulten erzählt die Chronik der Prager Universität einige bemerkenseerte Beispiele.2) Huß selbst sprach von der Kanzel herab…
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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im Jahre 1394 verliehen wurde. „Dieses Jubeljahr", sagt die Chronik der
Prager Universität, „hat die Taschen der Armen geleert." Wenzel behielt
den größeren Teil des Geldes für seine Kammer zurück, und es gab unter
allen Doktoren und Magistern keinen, der sich wie ein Bollwerk gegen die
Schlechtigkeit der Simonie gesträubt hätte, sondern alle gaben, als wären
sie stumm gewesen, ein schlechtes Beispiel und liefen mit rohen und unge-
bildeten Leuten in den genannten Kirchen umher, um die so teuer erkauften
Ablässe zu erlangen. Nur Wenzel Rohle, der Pfarrer an der Martinskirche
in der Altstadt, sprach nicht von Ablässen, sondern nannte sie Betrügereien,
freilich nicht öffentlich, sondern insgeheim aus Furcht vor den Pharisäern.
Auch der Magister Stěkna, damals autorisierter Prediger in Bethlehem,
ermahnte das Volk, eine so vortreffliche Gnade nicht zu vernachlässigen.“1)
Und als dann ein Jahrzehnt später der Streit bezüglich der Remanenz des
Brotes ausbrach, da stand Stěkna in der vordersten Reihe der kirchlich
Gesinnten 2) Dieser letzte unter den Vorläufern ist auch der erste, der gegen
den Wiclifismus bereits polemisch auftrat. Sein Traktat — wahrscheinlich
behandelte er die Frage der Remanenz des Brotes bei der Verwandlung
ist verloren gegangen.
—
3. Kapitel.
Der erste Abendmahlsstreit.
Der Kampf um den Kelch erhob sich in Prag, als Huß bereits den
Stätten seiner bisherigen Tätigkeit entrückt war. Man muß diesen Kampf
als die letzte Phase der zahlreichen Streitigkeiten über das Abendmahl
ansehen, die durch mehr als ein Menschenalter auf den Kanzeln und in den
Hörsälen Böhmens zum Austrag gekommen sind. Die letzte Phase war
allerdings bedeutsamer als eine der früheren, die allmählich in Vergessen-
heit geraten sind, denn der Kampf um den Kelch hat der hussitischen Be-
wegung seit 1415 eine greBenteils veränderte Richtung gegeben: Die
Scheidung der Parteien wurde nun eine schroffere und auch nach außen
hin sichtbarer.
Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hat die Wiclifsche Abendmahlslehre ihren
Einzug in Böhmen gehalten und sie war es vornehmlich, gegen die sich die
Angriffe aller Widersacher des Huß und der neuen Richtung gewendet
haben: Huß und seine Genossen hatten den Haß ihrer Gegner namentlich
deshalb auf sich geladen, weil sie von diesen für Anhänger der Wiclifschen
Lehre von der Remanenz des Brotes beim Abendmahl gehalten wurden.
1) Chronicon universitatis Pragensis (Geschichtsschr. d. hussitischen Bew. II, 15).
2) S. darüber den Brief des Huß vom Jahre 1413 in den Doc. 56.