z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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—
tigt sehen und ihn durch zwei Jahre mit dem Hofe des Kaisers in deutschen
Gegenden, vornehmlich in Nürnberg finden, so muß er schon damals des
Deutschen mächtig gewesen sein, ohne dessen genaue Kenntnis er keine
Aufnahme in die deutsche Reichskanzlei gefunden hätte. Ob er in Deutsch-
land oder in Italien studiert oder ob er, was das wahrscheinlichste ist, seine
Ausbildung in der Heimat erhalten, darüber ist nichts Sicheres überliefert.
Man nimmt an, daß er um 1350 zum Geistlichen geweiht worden und
dann in die Dienste des Markgrafen Johann von Mähren eingetreten sei.
Er kam dann in die kaiserliche Kanzlei1) ; dort war er 1358—1360 als Regi-
strator, die beiden folgenden Jahre als Korrektor tätig. In dieser Eigen-
schaft begleitete er den Kaiser ins Reich, was ihm Gelegenheit bot, der
Stellung des Kaisertums als solchem eine eingehendere Betrachtung zu
widmen. Er nennt es als das Beispiel „eines in sich geteilten Landes“.
Der Kaiser habe keinen Bissen Brot, den ihm nicht Böhmen gewähre.
1362 wurde Militsch Kanonikus und Schatzverwalter der Prager Kirche.
Vom Erzbischof zum Archidiakon ernannt, erfüllte er als solcher seine
Pflichten mit größter Gewissenhaftigkeit: „er begehrte von den Pfarrern,
die er beaufsichtigte, nichts als ihr eigenes und das Seelenheil der ihnen
anvertrauten Gemeinden“. In asketischer Selbstzucht trug er ein härenes
Gewand auf bloßem Leib. Des Treibens der Welt müde, legte er (1363)
seine Amter nieder, angeregt wie einst der hl. Franziskus durch die Worte des
Herrn von der evangelischen Armut.2) Der Erzbischof —es war der treffliche
Arnest von Pardubitz — sah ihn ungern scheiden. „Was könnt Ihr, Herr
Militsch“, sagte er ihm, „wohl besseres tun, als Eurem Herrn helfen, die ihm
anvertraute Gemeinde zu weiden. Militsch lehnte das nicht unbedingt ab ;
er war entschlossen, sich ganz der Predigt zu widmen, doch wollte er erst
seine Tauglichkeit hierzu erproben und zog nach Bischof-Teinitz, wo er
sich in seiner Tätigkeit übte und voll von Entsagung selbst auf jene un-
schuldigen Vergnügungen verzichtete, die ihm der schattige Garten des
dortigen Pfarrhofes gewähren konnte. Schon nach einem halben Jahre
konnte er die Stätte seines Wirkens in Prag aufschlagen: er predigte erst
in St. Niklas auf der Kleinseite, dann bei St. Egid in der Altstadt. Sein
Zuhörerkreis war anfänglich nur klein, denn man war in Prag an glänzende
Kanzelredner gewöhnt, während er eine in den besseren Kreisen der Bürger
wenig geachtete Sprache redete.3) Sein etwas linkisches Gebahren, seine
1) In qua erat singulariter famatus et dilectus. Narratio de Milicio, S. 358.
2) Ego (sagt Janow) vidi ipsum, cum nichil prorsus possideret, cum omnia relique-
rat propter Christum, tamen ducentas personas de mulieribus penitentibus sua sol-
licitudine nutrire et vestire et habundanter omnibus procuravit cottidie ministrari,
S. 360.
3) Man darf aus dem Satz des Biographen: licet ab aliquibus propter incon-
gruenciam vulgaris sermonis nicht mit Palacky, Neander und noch mit Bachmann