z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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linge. So erscheint er auch mittelbar als Förderer Wiclifscher Lehren in
seinem Heimatlande. Sein Testament ist im Hause des Kreuz verfaßt
und dieser zum Testamentsvollstrecker ernannt worden. Uber seinen
reichen Bücherschatz hatte er schon früher zugunsten des Klosters Břewnow
verfügt.1) Der Wortlaut der Stiftung zeugt davon,2) wie hoch die Wogen
der nationalen Bewegung in Böhmen bereits im Jahre 1388 gegangen sind.
Die Stiftung war nur für solche Studierende, die sich den freien Künsten
oder der Gottesgelahrtheit widmeten. Sie mußten jedoch von väterlicher
und mütterlicher Seite der tschechischen Nation angehören. Die Verwal-
tung des Geldes erhielt der Scholastikus der Prager Domkirche, doch
nur unter der Bedingung, daß er ein Tscheche sei. Wäre dies nicht der
Fall, dann sollte der jeweilige Dekan des Prager Domkapitels die Verwal-
tung übernehmen; er mußte sich jedoch mit einem Beirat von drei Personen
umgeben, die gleichfalls gebürtige Tschechen sein müssen. Die Einkünfte
der Stiftung werden bei dem Dekan des Domkapitels hinterlegt. Sie über-
senden das Geld an die bestimmten Studenten nach Paris oder Oxford.
Zu den kirchlichen Fragen der Zeit hat Adalbert wiederholt das Wort
ergriffen. Bedeutend war er als Kanzelredner. Den klarsten Redner nennt
ihn Huß, wie ihn Janow als großen Gelehrten „im kanonischen Rechte und
in der Gottesgelahrtheit“ bezeichnet.3) Leider ist von seiner Kanzelbered-
samkeit nur wenig auf uns gekommen — eine Synodalpredigt von 1375.
eine Rede an den Kardinal Pileus de Prata und eine Leichenrede auf
Karl IV. 4) Wie Stitny erzählt, hat auch er sich in wichtigen und zweifel-
haften Sachen des Rates Adalberts bedient und ihm seine Arbeit von den
allgemeinen christlichen Angelegenheiten mit der Bitte überreicht, daran
zu bessern, was etwa mit der hl. Schrift nicht in Ubereinstimmung stünde.
Wie Adalbert Ranconis war auch Thomas von Štitny, der dem Adel-
stande Böhmens angehörte, ein warmer Freund der nationalen Interessen,
zugleich aber auch der inneren Reform der Kirche. Wie er daher auf der
einen Seite in genauer Verbindung mit Ranconis steht, ist er anderseits
auch mit Militsch befreundet, dessen Bestrebungen er wohl mit lebhaftem
Anteile verfolgte. Dabei ging er mit dieser niemals über die Grenzen des
herrschenden Kirchensystems hinaus. Wie tief er auch daher bekümmert
1) Ein Buch aus seinem Besitz ist der Codex pal. Vindob. 1430. Libri septem
de paupertate Salvatoris seu de mendicitate Fratrum, fol. 1a, in marg: Iste est liber
magistri Adalberti Ranconis de Ericinio in Boemia. Et fuit reverendi domini Ricardi
primatis Ybernie doctoris eximii sacre theologie, quem ipsemet dominus Ricardus
composuit contra fratres mendicantes in curia Romana ad instanciam Clementis
pape VI.
2) Das Testament wurde von mir 1878 im Wittingauer Archiv gefunden. Gedr.
MVGDB. XVII, 210—213.
3) Limpidissimus orator bei Huß, magnus vir in iure canonico et in theologia.
4) S. FF. rer. Boh., III, 433. Auf Spuren, die auf seine Kanzelberedtsamkeit
lenken, habe ich aufmerksam gemacht im Arch. f. österr. Gesch., 57. 226.