z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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- s. 26: … sagt, daß dieser dem tiefen Verfall der Kirchenzucht in der Prager Diözese gänzlich Einhalt getan habe, in Wirklichkeit steht aber fest, daß…
- s. 89: … abgeliefert hatten, der Bann ausgesprochen und in allen Kirchen der Prager Diözese ver- kündet.4) Genannt werden außer Huß Zdislaus von Zwierzeticz, Jo-…
- s. 121: … Erzbischof von Prag mit der Ermahnung, die Ketzerei in der Prager Diözese auszurotten. Schon seit vielen Jahren, schreibt Gerson am 27. Mai…
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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Bethlehemskapelle hin, die er zum großen Teile wörtlich in seine Appel-
lation aufgenommen hat.
Was das Verbot des Besitzes der Bücher Wiclifs betrifft, weist die
Appellation darauf hin, daß nur ein Tor, dem die Kenntnis der Bibel und
des kanonischen Rechtes gänzlich abgehe, die logischen, philosophischen,
moralischen, mathematischen, theophysikalischen Bücher, wie die über
Form und Materie, über Ideen usw., die wohl viele edle und herrliche
Wahrheiten, aber keine Irrtümer enthalten, dem Feuer zu überantworten
vermöchte. Ubrigens sei durch den Tod Alexanders V. die Vollmacht
Sbinkos für diesen Prozeß erloschen.
Die Universität hatte inzwischen die Vermittlung des Königs an-
gerufen und auf dessen Verwendung hin verschob der Erzbischof die
Vollziehung des Urteils, bis der Markgraf Jost von Mähren nach Prag
kommen würde.1) Da sich dessen Ankunft jedoch verzögerte, ließ
Sbinko die Bücher Wiclifs am 16. Juli verbrennen. Das Auto-da-fé wurde
im Hofe des erzbischöflichen Palastes auf dem Hradschin in Gegenwart
des Domkapitels und einer großen Menge von Priestern vollzogen. Ver-
brannt wurden über 200 Handschriften, die Werke Wiclifs enthielten.
Es wird betont, daß einzelne prächtig gebunden waren.2) Dem Gebote
des Erzbischofs sind übrigens die wenigsten Werke Wiclifs, die es dazu-
mal in Böhmen gab, zum Opfer gefallen, denn, wie Stephan von Dolein
erzählt,3) rühmten sich die Wiclifiten ganz offen: „Der Erzbischof habe
zwar einige sehr berühmte Bücher Wiclifs verbrannt, aber nicht alle.
Wir haben noch die meisten und suchen von allen Seiten noch andere
zusammen, um sie abzuschreiben und dann zu besitzen.“ Es ist ein
Glück, daß nicht gerade jene Handschriften dem Feuer zum Opfer ge-
fallen waren, aus denen ersichtlich wird, wie tschechische Studenten in
England selbst an der Arbeit waren, Wiclifs Bücher zu kopieren.
Zwei Tage nach dem Ereignis in Prag wurde über Huß und seine
Genossen und alle jene, die ihre Wiclifbücher nicht abgeliefert hatten,
der Bann ausgesprochen und in allen Kirchen der Prager Diözese ver-
kündet.4) Genannt werden außer Huß Zdislaus von Zwierzeticz, Jo-
hannes von Brandeis, Benesch von Lissa, Peter von Sepekow, Petrus
von Valenzia, Michael von Drnowitz und Johann von Landstein. Dieses
Vorgehen rief in Prag eine unbeschreibliche Aufregnng hervor. Um sie zu
1) Geschichtsschr. d. huss. Bewegung I, 21: Sed ad instanciam domini Wences-
lai ... distulit suam vesanam sentenciam... S. auch S. 187.
2) Noch jetzt findet man Handschriften, deren prächtige Anlage dafür spricht,
daß sie in den Besitz fürstlicher oder sonst hervorragender Persönlichkeiten kommen
sollten, z. B. der Cod. pal. Vindob. 1598, der das Buch Wiclifs De Mandatis Divinis
enthält. Auch unter den Opera Minora finden sich solche Handschriften.
3) Antihussus, a.a. O. 386.
4) Doc. 397.