z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
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Einleitung
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Wiclifismus in Böhmen
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Wiclifismus in den Schriften
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Exkurse
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Namen- und Sachregister
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- s. 26: … sagt, daß dieser dem tiefen Verfall der Kirchenzucht in der Prager Diözese gänzlich Einhalt getan habe, in Wirklichkeit steht aber fest, daß…
- s. 89: … abgeliefert hatten, der Bann ausgesprochen und in allen Kirchen der Prager Diözese ver- kündet.4) Genannt werden außer Huß Zdislaus von Zwierzeticz, Jo-…
- s. 121: … Erzbischof von Prag mit der Ermahnung, die Ketzerei in der Prager Diözese auszurotten. Schon seit vielen Jahren, schreibt Gerson am 27. Mai…
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
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—
Aus einem anderen Buche, das aus dem Jahre 1407 stammt und worin das
Verfahren gegen sündhafte Geistliche erzählt wird, erhalten wir die ent-
sprechenden Ergänzungen.
Man entnimmt diesen Quellen, daß die zahlreichen und scharfen
Erlasse auf den Synoden wohl einem dringenden Bedürfnisse begegneten,
im ganzen aber doch nicht viel gefruchtet haben. Zwar die Biographie
Arnests sagt, daß dieser dem tiefen Verfall der Kirchenzucht in der Prager
Diözese gänzlich Einhalt getan habe, in Wirklichkeit steht aber fest, daß
auch unter ihm starke Verstöße gegen die kirchliche Zucht an der Tages-
ordnung waren.1) Wir finden in seinen Akten, daß viele Priester ohne Er-
laubnis der Vorgesetzten von ihren Berufsorten entfernt lebten, ohne sich
um die Ermahnungen der Dekane viel zu bekümmern, ja ihre Einkünfte
an andere Personen verpachteten2) und daß die Mönchs- und Nonnen-
klöster wiederholter Mahnungen zu einem ordentlichen Leben ihrer Mit-
glieder bedurften.
Klagen über sittliche Vergehen, besonders über den Konkubinat3)
der Geistlichen, sind ebenso häufig wie früher; Archidiakone, die die Anzeige
hiervon erstatten sollen, werden bestochen, andere müssen wiederholt ge-
mahnt werden, die ihnen übertragene Aufsicht überhaupt vorzunehmen.
Der Magistrat der Kleinseite von Prag erhält volle Macht, einzelne Kleriker,
die sich in Kneipen mit Kegel- und Würfelspiel beschäftigen oder die
bewaffnet einherschreiten, gefänglich einzuziehen4), die Kapitularen der
Prager Kirche lassen die Schule verfallen.5) Einzelne Geistliche stecken
tief in Schulden usw.
Auch von Ketzern ist die Rede: Namentlich in der Piseker Gegend
sollen sich viele aufhalten. Noch in den Konsistorialakten vom Jahre
1381 heißt es, daß man den Priester Johl von Pisek nicht ordinieren könne,
weil sein Vater und auch sein Großvater Ketzer waren.6) Schlimmer
1) Nimirum clerus illius temporis modice proh dolor legi subiacebat... alius
enim concubinis adherens et nec tonsuram seu coronam deferens turpi se ipsum
polluit feditate, quorum tamen insania sub ipsius regimine conquievit penitus. Ge-
schichtsschr. d. hussit. Bewegung, 2, 7. S. Cancellaria Arnesti, a. a. O. 286.
2) Ebenda, 291.
3) Litera monicionis cum sentencia domini Alberti de Ujezdez, qui cum duabus
sororibus incestum dicitur perpetrasse, 305.
4) Ebenda, 488.
5) Ebenda, 306.
6) Ebenda, 340. Note aus den acta consistorii de anno 1381: ex quo pater suus
et eciam avus suus fuerint heretici et convicti de heresi ac eciam condempnati. S. die
Commissio super officio inquisicionis heretice pravitatis. Ebenda, S. 338 und 330.
Neben dem gewöhnlichen geistlichen Gericht (unter den correctores cleri) bestand seit
früherer Zeit zur Ausforschung und Bestrafung von Ketzern das Inquisitionsgericht,
worüber die Cancellaria die erwähnten Nachrichten bringt. S. ebenda, 281.