z 250 stránek
Titel
I
II
III
IV
Inhlat
V
VI
Einleitung
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
Wiclifismus in Böhmen
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
Wiclifismus in den Schriften
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
181
182
183
184
185
186
187
188
189
190
191
192
Exkurse
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
204
205
206
207
208
209
210
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
232
233
234
235
Namen- und Sachregister
236
237
238
239
240
241
242
243
244
Název:
Hus und Wiclif. Zur Genesis der husitischen Lehre
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1884
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
250
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+244
Obsah:
- I: Titel
- V: Inhlat
- 1: Einleitung
- 17: Wiclifismus in Böhmen
- 129: Wiclifismus in den Schriften
- 193: Exkurse
- 236: Namen- und Sachregister
Strana 19
1. Kapitel.
Kirchliche Zustände in Böhmen in der Zeit Karls IV.
Arnest von Pardubitz und die böhmische Kirche.
Wer etwa in den letzten zehn Jahren des 14. Jahrhunderts in Böhmen,
Mähren oder Schlesien an die Zeiten Karls IV. gedachte, die er erlebt,
oder gar erst in den zwanziger Jahren des nächsten Jahrhunderts Rück-
schau hielt, dem mußten die Tage Karls IV. als das goldene Zeitalter er-
scheinen. In der Tat, lebhaft genug lassen sich die Schriftsteller über sie
aus. Dieser glorreiche Fürst, ruft Ludolf von Sagan aus, dieser Freund der
Gerechtigkeit und Eiferer für den Frieden, schuf im Königreich Böhmen
in so nachdrücklicher Weise Ordnung, daß sich kein bewaffneter Arm
gegen einen Nachbarn erhob. In Wäldern und Fluren herrschte tiefster
Friede, und nicht brauchte zu fürchten, wer etwa goldbeladen die Straßen
dahinzog.1)
Nicht so enthusiastisch, doch immer noch lebhaft genug, schildern
andere Schriftsteller, zumal wenn sie dem geistlichen Stande zugehören,
diese Zeiten. Die Geistlichkeit empfand eben den späteren Wechsel viel
schwerer. Die Regierung Wenzels lastete hart auf ihr und bot nicht viele
Lichtblicke.
Wie anders lagen die Dinge unter Karl IV., dem Freund des Klerus —
den Pfaffenkaiser, imperadore de preti, hat ihn im fernen Italien Giovanni
Villani genannt — unter dem Könige, dessen größter Ruhm es zu sein
schien, neue Kirchen zu bauen und die verfallenen wieder herzustellen.
Auch im Reiche rühmte man seine Liebe zur Kirche: Es war, läßt sich
ein Nürnberger hören, Karolus ein überfleißiger Mann zum Heiltum, und er
sucht und stellet nach solchem und ehret es in allen Landen.2)
Die Geistlichkeit hatte auch sonst viel Freude an diesem Kaiser. War
er doch nach Erziehung und Neigung selbst mehr ein Geistlicher als ein Laie.3)
1) Ludolf von Sagan, de longevo schismate (ed. Loserth) im Arch. f. österr.
Gesch., 60, 408.
2) Sigmund Meisterlin, Chroniken der deutschen Städte, 3 Bd. (Nürnberg, 156).
3) S. die Leichenrede des Erzbischofs Očko von Wlaschim bei Freher, SS. rer.
Boh. 111: Nam horas suas canonicas, sicut unus sacerdos, dicebat. psalteri um
in aliquibus locis pulcherrime exposuit... ipse enim fuit ordinatus acoluthus.
2*)