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Cancellaria Arnesti
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Název:
Cancellaria Arnesti: Formelbuch des ersten Prager Erzbischofs Arnest von Pardubic
Autor:
Tadra, Ferdinand
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
331
Počet stran předmluvy plus obsahu:
331
Obsah:
- 267: Cancellaria Arnesti
- 269: Einleitung
- 291: Edition
- 568: Inhalt
- 587: Index
Strana 392
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den Beschluss gefasst, die Prager Metropolitankirche neu auf-
zubauen, und hatte zu diesem Zweck den gesammten Zehent
aus allen Silberbergwerken von Böhmen gewidmet. Als im
Jahre 1344 namentlich durch die Bestrebungen Karls IV. das
Prager Bisthum zum Erzbisthum erhoben wurde, erfolgte auch
(21. November) die Grundsteinlegung zu der nouen Kirche.
Die finanzielle Lage des Landes gestattete wahrscheinlich nicht
die dazu nöthigen Auslagen in dem Masse, wie es die Absicht
der Gründer erheischte, und so nahm man Zuflucht zu dem
damals sehr verbreiteten und beliebten Mittel von Sammlungen
freiwilliger Beiträge. Vor dem Jahre 1355 noch erliess Erz-
bischof Arnest den in unserm Formelbuche (Nr. 1) enthaltenen
Aufruf an die sämmtliche Geistlichkeit, um in diesem Sinne
bei der Bevölkerung zu wirken und die Sammler zu unter-
stützen. Es scheint, dass diese Sammlung ein befriedigendes
Resultat hatte, denn nicht lange darauf brachte man dieses
Mittel neuerlich in Anwendung, und zwar nicht nur zum Aus-
baue der Kirche, sondern zugleich auch zum Besten des Banes
dor Prager Brücke (Nr. 2). Im Jahre 1342 wurde die alte
steinerne Prager (Judith-) Brücke in Folge heftigen Eisstosses
zerstört. Die Kreuzherren an der Prager Brücke, welche ver-
pflichtet waren, die nöthigen Reparaturen der Brücke selbst
zu besorgen, konnten natürlich die zu einem Neubau nöthigen
Mittel nicht herbeischaffen und selbst zu den dringendsten
Herstellungen musste die allgemeine Wohlthätigkeit in An-
spruch genommen werden. Im Jahre 1357 legte Karl IV. den
Grundstein zu der neuen Karlsbrücke, und gleich zu Anfang
des Baues wurde durch Arnest mit Hilfe der Geistlichkeit eine
neue Sammlung zum Ausbaue der Kirche und der Brücke zu-
gleich veranstaltet. Welche Bedeutung Erzbischof Arnest der
Brücke zuerkannte, erhellt aus der Stelle: ,Ecce pons ille
quondam lapideus etc." Neu und interessant ist auch jener
Theil der Formel, wo die Art und Weise, wie die Sammlung
anzustellen sei, angegeben wird. Wir erfahren auch, dass Samm-
lungen zu wohlthätigen und Kirchenzwecken häufig waren,
und dass bezügliche Aufforderungen durch die Kirchenväter
auf Tafeln geschrieben wurden, die man dann in der Kirche
aufhängte. Alle derartigen Sammlungen mussten in der Zeit
der Sammlung für die Prager Kirche und Brücke aufgehoben
werden. Dass die collectores und procuratores dieser Samm-