z 331 stránek
Cancellaria Arnesti
267
268
Einleitung
269
270
271
272
273
274
275
276
277
278
279
280
281
282
283
284
285
286
287
288
289
290
Edition
291
292
293
294
295
296
297
298
299
300
301
302
303
304
305
306
307
308
309
310
311
312
313
314
315
316
317
318
319
320
321
322
323
324
325
326
327
328
329
330
331
332
333
334
335
336
337
338
339
340
341
342
343
344
345
346
347
348
349
350
351
352
353
354
355
356
357
358
359
360
361
362
363
364
365
366
367
368
369
370
371
372
373
374
375
376
377
378
379
380
381
382
383
384
385
386
387
388
389
390
391
392
393
394
395
396
397
398
399
400
401
402
403
404
405
406
407
408
409
410
411
412
413
414
415
416
417
418
419
420
421
422
423
424
425
426
427
428
429
430
431
432
433
434
435
436
437
438
439
440
441
442
443
444
445
446
447
448
449
450
451
452
453
454
455
456
457
458
459
460
461
462
463
464
465
466
467
468
469
470
471
472
473
474
475
476
477
478
479
480
481
482
483
484
485
486
487
488
489
490
491
492
493
494
495
496
497
498
499
500
501
502
503
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
515
516
517
518
519
520
521
522
523
524
525
526
527
528
529
530
531
532
533
534
535
536
537
538
539
540
541
542
543
544
545
546
547
548
549
550
551
552
553
554
555
556
557
558
559
560
561
562
563
564
565
566
567
Inhalt
568
569
570
571
572
573
574
575
576
577
578
579
580
581
582
583
584
585
586
Index
587
588
589
590
591
592
593
594
595
596
597
Název:
Cancellaria Arnesti: Formelbuch des ersten Prager Erzbischofs Arnest von Pardubic
Autor:
Tadra, Ferdinand
Rok vydání:
1880
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
331
Počet stran předmluvy plus obsahu:
331
Obsah:
- 267: Cancellaria Arnesti
- 269: Einleitung
- 291: Edition
- 568: Inhalt
- 587: Index
Strana 286
286
— natürlich oft ohne Erfolg — mit Ernst auftrat. Namentlich
waren es die Provinzialsynoden, auf welchen der Erzbischof
durch hervorragende Synodalredner die Gebrechen der höheren
Geistlichkeit geisseln liess.
Die Klöster standen theils unter der Oberaufsicht des
Erzbischofs, theils waren sie von derselben gänzlich befreit
(monasteria exempta et non exempta); dies waren besonders
die Ritter- und die Bettelorden, in Prag ausserdem das Kloster
Strahow, welche nur dem Papst und ihren Ordensvorstehern
unterstanden. Bei den ersteren erstreckte sich das Recht des
Erzbischofs dahin, dass er die Oberaufsicht bei der Wahl der
Ordensvorstände und die Bestätigung derselben ausübte, Visi-
tationen nöthigenfalls anordnen konnte und Streitigkeiten zwi-
schen den Ordenspersonen durch seine Officiale und General-
vicare entscheiden liess. Die Beobachtung der Ordensregeln
und das Leben in den Klöstern selbst beauſsichtigten nur die
unmittelbaren Klostervorsteher. Häufige Nachrichton (auch in
unserm Formelbuche) bezeugen, dass in den Klöstern häufig
Unruhen und zwischen dem Vorgesetzten und den Mönchen
unter einander Streitigkeiten herrschten, die die Intervention
des Erzbischofs erheischten (vgl. Commiss. III. 16, 17, 20).
Dies gilt auch von den Frauenklöstern, bei denen zur Ver-
richtung des Gottesdienstes Priester, gewöhnlich Mönche des-
selben Ordens, bestimmt waren, deren Vorsteher praepositus
hiess. (Ueber das Georgskloster in Prag und die Streitig-
keiten bei demselben vgl. Monit. II. 10, 15, Commiss. III.
22, 23 u. a.)
Es lässt sich nicht läugnen, dass selbst unter Erzbischof
Arnest die kirchliche Zucht nicht so streng gehandhabt wurde,
wie es hätte geschehen sollen; vielmehr bot der geistliche
Stand vielen namentlich adeligen Leuten Gelegenheit, sich der
weltlichen Gerichtsbarkeit zu entziehen, während sie von ihrem
geistlichen Gerichte für ihre Vergehen nicht die verdiente
Strafe zu befürchten hatten. Mit viel grösserer Strenge traten
aber die geistlichen Gerichte dort auf, wo es galt, die kirch-
liche Gewalt und die kirchlichen Einkünfte gegen weltliche
und selbst geistliche Personen zu schützen. Das gewöhnlichste
Strafmittel, welches ausserordentlich häufig angewendet wurde,
war die Excommunication und das Interdict. Wurde ein