z 68 stránek
Titel
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Vorwort
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Geschichtswissenschaft
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Chronik Impekhovens
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Chronik von Christ
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Urkunden
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Beilagen
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Inhalt
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Register
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- s. 12: … D. Tobi- am episcopum Pragensem velata exi- vit de monasterio S. Francisci noc- turno tempore et duxit ducem Mora- viae/!/ de consensu…
- s. 41: … Glatii in fes- 1310. P. Hermannus Glacii in fes- to S. Francisci celebravit congre- to S. Francisci celebrat congrega- tionem annualem. gationem…
- s. 41: … Hermannus Glacii in fes- to S. Francisci celebravit congre- to S. Francisci celebrat congrega- tionem annualem. gationem annualem. Ioannes Lucemburgicus, filius Hen-…
Název:
Die Chroniken der mährischen Minoriten
Autor:
Neumann, Augustin Alois
Rok vydání:
1936
Místo vydání:
Olomouc
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
68
Počet stran předmluvy plus obsahu:
68
Obsah:
- 1: Titel
- 3: Vorwort
- 4: Geschichtswissenschaft
- 10: Chronik Impekhovens
- 17: Chronik von Christ
- 20: Urkunden
- 22: Beilagen
- 63: Inhalt
- 64: Register
Strana 12
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Auch an diesen weiteren Belegen erkennen wir, dass Impekhoven aus
der alten polnischen Quelle schöpft, die von der des Minoriten Beneš
abweicht.
Impekhoven /29a/
/1276/ Kunegundis, filia-Ottocari
regis Bohemiae cum aliis filiabus
magnatum ordinem S. Clarae susci-
pit in congregatione ibidem Pragae
celebrata per P. Nicolaum, cui so-
lemnitati quinque interfuerunt e-
piscopi.
Ein anderer Beweis von den verschiedenen Vorlagen beider Chronisten
sind die Eintragungen von Kunigunde, der Tochter Přemysl Ottokars II.
Der sog. Minorit Beneš.
Anno 1277 capitulum Pragae in Na-
tivitate Beatae Mariae Virginis.
Ibi Kunegundis, filia regis Otta-
gari intravit ordinem S. Clarae in
Praga, ubi fuerunt quinque episco-
pi.
/1288/ Soror Kunegundis, filia re-
gis Ottacari, deseruit cum maximo
scandalo monasterium et abiit vias
non bonas cum juvene Wolfflini,
magnatis Bohemiae filio.
/1288/ Eodem anno soror Cunegundis,
filia regis Ottogari, per D. Tobi-
am episcopum Pragensem velata exi-
vit de monasterio S. Francisci noc-
turno tempore et duxit ducem Mora-
viae/!/ de consensu fratris sui
Venceslai.
Aus dieser Juxtaposition erkennt man auf den ersten Blick, dass
der Minorit Beneš gründlicher berichtet war; denn gegenüber der Quelle
Impekhovens kannte er auch den Tag der Einkleidung Kunigundens und ver-
mochte auch zu sagen, dass die Zeremonie der Bischof Tobias aus Bechin
vorgenommen hatte. Das ist ein neuer Beweis, dass der Minorite Beneš
aus einer heimischen, besser unterrichteten Quelle schöpfte, aus wel-
cher er an einer Stelle sogar ohne Verständnis abschrieb, denn anstatt
Mazoviae schrieb er Moraviae. Ein weiterer Beweis ist der Passus vom
Austritt Kunigundens aus dem Kloster. Impekhovens Vorlage sagt: "cum
maximo scandalo", womit sich noch vereinen lässt die Nachricht des Be-
neš, nach der sich dies "nocturno tempore" abspielte. Aber auf keine
Weise lässt sich damit die Anemrkung des Beneš vereinen, dass Kunigun-
de mit Zustimmung ihres Bruders, des Königs Wenzeslaus II. austrat;
demgegenüber hat Impekhoven die Notiz, das der Austritt angeblich mit
dem jungen Wölflin zusammenhing. Höchstens kann man daraus schliessen,
dass der Verfasser von Impekhovens Vorlage die Prager Gesellschaft
kannte, aber nur ein zeitlich entfernter Beobachter war, denn ein Zeit-
genosse hätte von Wölflin als von einem Angehörigen einer Prager Pat-
rizierfamilie geschrieben, nicht aber als von einem Magnaten, oder als
Zugehörigen des höchsten Adels. So bestärken uns also die Nachrichten
von Kunigunde in der Meinung, dass jeder unserer Chronisten eine an-
dere Vorlage vor sich hatte, und ausserdem noch, dass die Quelle Im-
pekhovens auf ausserböhmischem Boden erstand, oder das es eine abge-
leitete Quelle war.
Unter diesen Umständen ist es ratsam, sich mit den Chroniken der
polnischen Franziskanerprovinz bekannt zu machen. Umgefähr um das Jahr
1500 1) entstand "Tractatus cronice Fratrum Minorum observancie". Sein
Autor, Johann von Komorau schöpft für die älteste Geschichte seines
Ordens aus der Chronik Jordanos de Giano und zwar für das Jahr 1207-38
Der Herausgeber meint deswegen, dass er wahrscheinlich wegen Mangels
an Quellen genötigt war, sofort zu den kapistranischen 2) Observanten
überzugehen. Auf Grund dessen können wir sagen, dass Johann von Komorau,
1. Siehe Zeissberger, Johannis de Comorowo "Tractatus cronice fratrum
Minorum observancie", AOG 49/1872/, 308 - 2. 303.