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Titel - MVGDB
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Název:
Böhmische Politik vom Tode Ottokars II. bis zum Aussterben der Přemysliden. Anfang, MVGDB 41
Autor:
Graebner, Fritz
Rok vydání:
1903
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
33
Obsah:
- 313: Titel – Politik
- 345: Titel - MVGDB
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leihungen, 1) bemächtigte sich vorzüglich der Burg und verstärkte sie durch
mächtige Grabenbauten.2) In gleicher Weise wirkten auch seine Getreuen;
so wissen wir von Bavor, daß er seine Stadt Horschowitz befestigen ließ.
Jeder Schritt, den Otto mit seinem Anhange zur Herstellung der
Ordnung tat, mußte dem unbotmäßigen Teile des Adels abgerungen
werden, der im Süden des Landes seine geschlossenen Sitze hatte. Das war
vor allem das große Geschlecht der Witigonen, wohl unzweifelhaft deutschen
Stammes, das in dem Familienstift Hohenfurt seinen Vereinigungspunkt
fand. Einst hatte Ottokar ihrer Stadt Krummau in Budweis eine Rivalin
geschaffen;3) jetzt überfiel Zawisch, das Haupt der Krummauer Linie, die
königliche Gründung und plünderte sie aus.4) Und wenn weiter von der
andern ottokarischen Gründung, dem Kloster Goldenfron, kein Stein auf
dem andern geblieben sein soll, so dürste wohl auch daran die Schuld den
Witigonen zuzuschreiben sein. Hoffen sie dadurch ihre Besitzungen zu er-
weitern und abzurunden, so suchte Otto das zu hindern, indem er z. B.
das Dorf Netolitz, das bis dahin dem Kloster gehört hatte, den Herren
von Pruß überwies. 6) Wie das Land sich wirtschaftlich allmählich wieder
hob, wie die hergestellte Rechtssicherheit sich geltend machte, so würde der
Markgraf wohl auch der unbotmäßigen Elemente Herr geworden sein,
wenn die Ereignisse ihm dazu Zeit gelassen hätten. Es kam anders.
Seit Sommer 1280 drohte der Angriff Rudolis v. Habsburg, des
Beschützers der Riesenburge7) und Witigonen schon gegen Ottokar. Sein
Eingreifen mußte die inneren Wirren wieder aufleben lassen; aus Furcht
davor speicherten die Parochialen von St. Peter fürsorglich Getreide-
vorräte auf.s) Rudolfs Angriff mißlang, aber der Same der inneren
1) Chron. Aulae reg. c. 9: civibus villas regni distribuit, was natürlich mit
der Entführung des Königs nichts zu tun hat.
2) Cont. Cosmae ad 1278: duo fossata xc.
31 Pangerl, „Zawisch von Falkenstein“ M. V. G. D. B. X. (1872) p. 160—161.
4) Heinr. Heimb. (M. G. Scr. XVII) ad 1279. (Wo steht aber etwas von der
Teilnahme Hoiers v. Lomnitz? Bachmann p. 660.)
5) Cont. Cosmae ad 1278. Pangerl a. a. O. Anm. 4. Bachmann p. 659 und
wieder p. 674, Anm. 1 behauptet, daß auch Hohenfurt seine Lage zwischen
Witigonenbesitz habe büßen müssen. Wie konnten die Witigonen ihre eigene
Stiftung berauben wollen.
6) Reg. Boh. II., 1263. Val. Schmidt, „Geschichtliches von der Stritschitscher
deutschen Sprachinjel“. M. V. G. D. B. XXXIV. (1896) p. 382.
7) Reg. Boh. II., 1162, ebenso 1161 und vielleicht Bodmann Cod. ep. Rud.
67 (p. 211).
8) Cont. Cosmae ad 1280, dort von den Regengüssen fortgeschwemmt.