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Titel - MVGDB
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Název:
Böhmische Politik vom Tode Ottokars II. bis zum Aussterben der Přemysliden. Anfang, MVGDB 41
Autor:
Graebner, Fritz
Rok vydání:
1903
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
33
Obsah:
- 313: Titel – Politik
- 345: Titel - MVGDB
Strana 327
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Des Chronisten im Augenblick der Hoffnung geschriebene Worte:
„Von da an ließen die Übeltäter von ihrem schädlichen Treiben ab“,
bewahrheiteten sich nicht. Es zeigte sich, daß mit Ottos und Gebhards
Abgang die Regierung nicht sowohl in andere Hände übergegangen, sondern
vielmehr völlig verschwunden war. Hatten sich die großen Geschlechter
nicht durch den Markgrafen beherrschen lassen, wie viel weniger von ihres-
gleichen. Zur selben Zeit, als Otio seinen Anhang um sich sammelte,
fanden sich die Witigonen in Rosenberg zusammen. Eine Schenkung
Heinrichs von Roseuberg an das Kloster Hohenfurt bezengen
am 12. November 1281 Hoier v. Lomnitz, Wok von Witingau,
Heinrich und Wok v. Krummau, Ulrich und Otto v. Neuhaus, außerdem
Wernhard v. Schaumberg mit Bruder und Söhnen und zahlreiches Ge-
folge. 1) Dabei lösten sich nach Ottos Abzug von der bisherigen Regierungs
partei selbst gewichtige Teile los. Die Prussinge, denen der Markgraf
einst Netolitz übertragen, dann aber nach Herstellung von Goldentron
wieder genommen hatte, treffen sich am 1. September 1282 in Protiwin
mit Heinrich v. Rosenberg und Wernhard v. Schaumberg, anscheinend
trotz der markgräflichen Bestimmung im Besitz von Netolitz, dessen Pfarrer
anwesend ist. 2) Vor allem aber geht Hinko v. Duba mit seinem Anhang
zu den Witigonen über. Er und Jarko v. Waldenberg, im November noch
in Ottos Gefolge.3) erscheinen am 16. Mai in Leitmeritz mit Poto v.
Mscheno und zahlreichen anderen, auch jetzt freilich in friedlicher Tätig-
keit, Jarko als Leitmeritzer Burggraf, Hinko als Truchseß. 4) Aber Dalimil
bezeichnet ihn als das Haupt der angeblich deutschenfeindlichen, d. h.
also der markgrafenfeindlichen Partei, den die Feinde wie einen zweiten
Dietrich v. Bern gefürchtet hätten.5) Ende 1281 ist er nun noch auf
Raub begangen hat, daß also nach Ablauf der Vormundschaft auch Archiv und
Schatz zurückgestellt wurden, beweist das Schweigen von Rudolfs Dispensations-
urkunde Reg. Boh. II., 1297, die eine solche unfreiwillige Abschlagszahlung
sicher nicht unerwähnt gelassen hätte.
6) Riedel, Cod. dipl. Brandenb. A. XIV., 29.
1) Reg. Boh. II., 1265.
2) Reg. Boh. II., 1283.
3) Vorhergehende Seite.
4) Reg. Boh. II., 1275 Poto v. Mscheno. Reg. Boh. II., 580 dictus Petricus
s. oben p. 323, Anm. 1.
5) Dalimil c. 93, wo natürlich trotz der „Tutsch Kronik v. Behem-Land“ ebenda
und trotz Hankas Dalimil-Ausgabe (p. 184) die beiden Hinkos ein und der
selbe sind, weil der erste nicht ein rytieř Rojenski, sondern vojenski, ein
Krieger, ist.