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Titel – Politik
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Titel - MVGDB
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Název:
Böhmische Politik vom Tode Ottokars II. bis zum Aussterben der Přemysliden. Anfang, MVGDB 41
Autor:
Graebner, Fritz
Rok vydání:
1903
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
33
Obsah:
- 313: Titel – Politik
- 345: Titel - MVGDB
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Gern mögen wir glauben, daß Bischof Bruno noch seine Befreiung
bewirkte nnd daß an ihn jener Brief gerichtet ist, in dem Rudolf den
Prinzen in seinen Schutz nimmt: „Er habe aus dessen Briefen seine Er-
gebenheit erkanut und, „da Wir Deine Bitten nicht zurückweisen können,
öffnen wir ihm freigebig den Schoß unserer Gunst und Gnade, vergeben
ihm alle Schuld, die seines Vaters Kühnheit einst auf sich geladen, von
ganzem Herzen und wollen ihn trotzdem bei dem erlauchten Könige von
Böhmen, Unserm Sohne, und soust, wo er Unserer Förderung bedürfen
sollte, treulich zu sördern suchen. 1) Der Brief wurde dann uicht lange
nach dem verunglüickten Herbstfeldzug von 1280 geschrieben, am 17. Februar
1281 starb Bruno, in demselben Jahre ist Nikolaus bereits in der Heimat,
wo er sogleich ritterlich Hof hält. Vor allem die Häuser Kravař und
Fullenstein zieht er an sich: Konrad v. Fullenstein ist Kämmerer, Heinrich
erst Notar, dann Kanzler; Wok v. Kravař und sein Bruder Zbislaus v.
Kuth, Henning v. Fullenstein, Beneš v. Lobenstein, Bludo v. Gičin,
Protiva v. Vlčuve, Herbord Puso v. Fullenstein, Otto u. Ulrich v. Liva-
nia begegnen in seinem Gefolge.2) Er war ein rechter Herr für diesen
Adel, dem er manches durchgehen ließ und den Schaden nachher noch
selbst ersetzte; so schenkt er dem Bistum Breslau als Buße für die Sünden
der Brüder v. Livania Schloß Edelstein und den Ort Zuckmantel. Diese
Urkunde vom 2. September und die Bestätignngsurkunde Heinrichs v.
Breslau vom 13., 3) beide zu Neisse ausgestellt, zeigen Nikolaus in freund
schajtlichem Verkehr mit dem schlesischen Herzog; Nikolaus war politisch
durchaus tätiger und geschickter als Kunigunde, die durch ihn ganz in den
Hintergrund gedrängt wurde; wie hatte sie sich bemüht, Adel und Städte
an sich zu fesseln.4) Jetzt wandte sich alles der aufgehenden Sonne zu.
Jägerndorf wird von dem Prinzen begabt, Bürger von Troppau und
Leobschütz erscheinen in seinen Urkunden als Zeugen.5) Und als dann im
1) Bodmann Cod. ep. 77 (p. 219). Mit Dudik VII, p. 42 u. zuletzt Bachmann p. 668
sowie Böhmer-Redlich 1248 ist Boczeks Annahme (Mähren unter König Rudolf I.
Abh. d. k. böhm. Ges. d. Wiss. Histor. Teil 1836 p. 34) zurückzuweisen, daß Bruno
den Herzog mit Gewalt eingesetzt habe. Noch weniger kann natürlich bei dem
mehr als zwanzigiährigen von einer Vormundschaft die Rede jein. (Boczek a.
a. O. Palacky II, 2. pag. 311.) Ob aber deshalb die Einsetzung auch „in
Frieden mit der Königin“ geschah, ist doch eine andere Frage.
2) Reg. Boh. II, 1249; 1258.
3) Reg. Boh. II, 1250; 1258. Zu bemerken ist, daß Heinrich im Vorjahre mit
den Askaniern im Kampfe gelegen hatte.
4) Vgl. Reg. Boh. II, 1193; 1199.
5) Reg. Boh. II, 1258; 1270.
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