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Titel Zur Geschichte
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Titel - MVGDB
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Název:
Zur Geschichte der alten Steinkreuze, MVGDB 39
Autor:
Wilhelm, Franz
Rok vydání:
1901
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
16
Obsah:
- 195: Titel Zur Geschichte
- 210: Titel - MVGDB
Strana 198
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hörige Steine bekannt sind, namentlich wenn wir noch die von Karl Al-
berti in einer eigenen Schrift veröffentlichten „Kreuzsteine des Ascher Ge-
bietes“ und die von J. Köhler und J. Wick in „Unser Egerland“ be
schriebenen Steine hinzuzählen.
Daß auch im übrigen Böhmen, und zwar vornehmlich bei Orten,
die schon sehr zeitig sächsisches (Magdeburger) Recht hatten, unsere alten
Steine vertreten sind, davon überzeugen uns ab und zu Nachrichten
hierüber in den „Mittheilungen der k. k. Centralcommission“. Aus dem
nördlichen Böhmen liegen uns insbesondere fleißige Zusammenstellungen
in den Mittheilungen des nordböhmischen Excursionsclubs vor, in dessen
Gebiete bisher gegen 30 Kreuzsteine gefunden worden sind. Außerdem
werden noch im Národopisný sborník okresu Hořického, 1895, zwanzig
Steinkreuze aus dem östlichen Böhmen abgebildet und beschrieben. Aus dem
südlichen Böhmen sind Nachrichten über alte Kreuzsteine naturgemäß seltener.
Bei der Fülle des Materiales hinsichtlich der äußeren Erscheinung
dieser Wahrzeichen mußte es für den Freund unserer Sache geradezu be-
schämend sein, über kein einziges altes Steinkreuz im besonderen ja nicht
einmal im allgemeinen weiter bekannte Nachrichten über das Wesen der
Steine aus unserer engeren Heimat zu besitzen.
Man kann sich daher die Freude des Verfassers denken, als es ihm
an der Hand der chronikalischen Aufzeichnungen des alt-egerer Raths-
mannes Endres Baier gelang (Unser Egerland, III. und IV.), das Er-
richtungsdatum dreier in der Nähe von Eger heute noch vorhandener alter
Steinkreuze sicher zu stellen, sowie auch die Spur auf Errichtungszeit und
-Ursache eines ebendort befindlichen hochinteressanten Krenzsteines zu lenken.
Viel wichtiger erscheint uns aber noch die Entdeckung einer Anzahl
von Verträgen, welche die Sühnung von Mords, beziehungsweise Todt-
schlagfällen zum Gegenstande haben, in einem alten Rechtsbuche der erz-
gebirgischen Bergstadt Graupen, aus welchem schon Dr. Hermann Hall-
wich bei der Abfassung seiner „Geschichte“ dieser Stadt schöpfte.
Dieses Stadtbuch, im Formate 22:33 em, gut in Leder mit ge
schmackvollem Messingbeschlage gebunden, Anschlußvorrichtung 2., enthält
auf 300 Blättern (mit einer einzigen Ausuahme auf S. 422 aus dem
Jahre 1528) nur deutsche Eintragungen aus den Jahren 1444
bis 1568, obwohl deren Schreiber (Benesch, Girczik u. s. w.), auch
der czechischen Sprache sehr gut mächtig gewesen sein dürften.1) Der
1) Aus dem (benachbarten) Aussiger Stadtbuche wisfen wir, daß Eintragungen in
deutscher Sprache aus den 16. Jahrhunderte dort uicht allzu häufig vorkommen.