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Titel Zur Geschichte
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Titel - MVGDB
210
Název:
Zur Geschichte der alten Steinkreuze, MVGDB 39
Autor:
Wilhelm, Franz
Rok vydání:
1901
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
16
Obsah:
- 195: Titel Zur Geschichte
- 210: Titel - MVGDB
Strana 196
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Forschung nach Herkunft und Zweck dieser eine der intercssantesten Seiten
mittelalterlichen Lebens aufdeckenden Wahrzeichen beitragen zu können.
Ohne mich nun auf die verschiedenen Deutungen einzulassen, welche
den Steinen im Laufe der Zeit gegeben worden sind, möchte ich doch be-
merken, daß Benennungen wie: Schwedenkreuz, Cyrill= und Methud-Stein,
Franzosenz, Husitens, Bonifaciuss, Pest-, Raben-Kreuz u. s. w. oder
„-Stein“ für die meisten, insbesondere aber für die ältesten unserer Kreuze
so ziemlich als abgethan zu betrachten sind.1)
Den ersten Schritt zur Aufklärung des ursprünglichen Zweckes der
„Sühus oder Mordkreuze“, wie unsere Steine in neuerer Zeit mit guter
Berechtigung genannt werden, hat wohl — von außerösterreichischen For-
schern abgesehen — der um die Geschichte seiner Heimat besonders ver-
diente Dr. Hermann Hallwich gethan, indem er in der Beilage II zu
seiner „Geschichte der Bergstadt Graupen“ (1868) unter Nr. 6 den „Ent-
schyd von eyns todslags wegen Nikel Becken“, wie er in dem alten Grau
pener Stadtbuche aus dem Jahre 1468 aufgezeichnet erscheint, abdruckt,
in welchem u. a. ausdrücklich das Setzen eines „steynen Crewzces geredt
vnd beteydingt- worden ist. Da dieser Abdruck nicht zum Zwecke der speciellen
Kreuzsteinforschung und an einem Orte geschah, der doch mehr oder we-
niger nur einen locale Interessen verfolgenden Charakter besaß, so blieb
diese für unsere Steine höchst wichtige Mittheilung fast ohne Beachtung,
wie auch eine schon früher in den „Mittheilungen des Vereines für Ge-
schichte der Deutschen in Böhmen“ IV, von Dr. Julius Ernst Födisch
zu seinem Artikel „Sagen aus Petersburg und Umgebung“ gemachte, der
Wahrheit nahe kommende Bemerkung in dieser Beziehung ziemlich unbe
achtet geblieben zu sein scheint.
Ans der neuesten Zeit ist es insbesondere ein in dem von W. Hieke
begonnenen und Dr. A. Horčička vollendeten „Urkundenbuche der Stadt
Aussig“ (1896) vollständig abgedruckter „Vergleich“ aus dem Jahre 1490,
nach welchem ein Hensel Richter an die Verwandten des von ihm er-
schlagenen Andreas Hanzmann fünf Schock Schwert-Groschen Buße zu
zahlen, ein Dreißigist (30 Seelenmessen, nicht eine Seelenmesse) halten
zu lassen und „eynen steynen creutcze vor Außik vor dem Tepliczer
1) Man vergleiche hierzu u. a. die Abhandlungen der k. k. Conservatoren A. Franz
und A. Czerny in den „Mittheilungen der k. k. Central-Commission für Er-
forschung und Erhaltung der Kunst= und historischen Denkmale“ XIX, XXI
und XXV, sowie iene von M. Eysu und Franz Wilhelm über „Alte Stein-
kreuze und Kreuzsteine“ in der „Zeitschrift für österreichische Volkskunde“, an
welchen Orten sich auch weitere Literaturnachweise finden.