z 14 stránek
Titel Studien
275
276
277
278
279
280
281
282
283
284
285
286
287
Titel - MVGDB
288
Název:
Studien zur Musikgeschichte Böhmens, MVGDB 39
Autor:
Batka, Richard
Rok vydání:
1901
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
14
Obsah:
- 275: Titel Studien
- 288: Titel - MVGDB
Strana 277
277
—
singe“1) die Existenz einer entsprechenden Schule voraus. Daun sind wir
ohne Nachrichtens) bis zun Jahre 1248, zu welchem die Chronik bemerkt:
„Die Prager Schule geht zu Grunde.“3) Offenbar führten die inneren
Wirren, der Ausstand Přemysl Ottokars gegen seinen Vater, worein sich
auch der damalige Bischof Niklas verwickelt hatte, die Domschule einer
vorübergehenden Katastrophe zu, als alle Cleriker des Capitels von den
siegreichen Scharen Wenzels zerstreut und vertrieben wurden. Sobald
der Friede hergestellt war, dürfte die Schule reactivirt worden sein, da
1259 wieder von ihr die Rede ist. Ihre weiteren Schicksale fallen in-
deisen schon in die nächste Culturperiode.
Außer am Prager Bischofsitz und in dem 1070 begründeten
Collegiatstijte Wyschehrad haben wir die Pflegestälten des Kirchengesanges
namentlich in den Klosterschulen zu suchen. Gründungen der Benedictiner
waren außer Břevnow (993)4) noch Sazau, Ostrow, Opatowitz (1086),
Rinchnach (1019), Kladran, Postelberg, Leitomischl, Selau, Wilemow
sowie die Frauenklöster zu St. Georg in Prag und Teplitz. Die Prämon-
stratenser saßen in Strahow (1140), Mühlhansen (1184), Tepl (1197),
besetzten um die Mitte des 12. Jahrhunderts Leitomischl und Selau und
1) „Das Homiliar des Bischofs von Prag.“ S. 21. Omnis presbyter clericum
habeat scolarem, qui epistolam vel lectionem legat, et ad missam re-
spondeat, et cum quo psalmos cantet.
2) Meliš in Mendels musikal. Conversationslexikon (Berlin 1872), Bd. II. S. 70
jagt allerdings in jeiner Skizze der böhm. Musikgeschichte: „Hundert Jahre
später wurde in Prag der älteste musikalische Verein, von welchem sich sichere
Nachrichten erhalten haben, gegründet. Es ist jener der Chorsänger, der zur
Zeit des Prager Bischofs Heinrich im Jahre 1195 entstand und wahrscheinlich
als Muster für die späteren Literatenchöre diente.“ Leider konnte ich von
diesen „sicheren Nachrichten“ in den Quellen nichts entdecken, und da auch Srb-
Debrnow und Konrád die Sache unerwähnt lassen, vermuthe ich, daß Melis
ein Irrthun widerfahren ist. Urkundlich sind mehrere Canonici als Magister
bezeugt, so die Prager: Hieronymus, Johannes (12. Jahrh.), Bernhard.
Johann von Aschaffenburg, Martin. Marquard, Prisnobor, Stephan.
Zeyslans (Anfang des 13. Jahrhunderts), und die Canonici vom Wyschehrader
Domkapitel: Courad, Friedrich, Heinrich, Hermann, Philipp, Reinbot. Die
gesperrt gedruckten werden geradezu als scolastici angeführt. Vgl. den Personen-
Inder zu Emlers Regesten Bd. I. Ebenda ein Reinhardus magister, civis
Pragensis (1234) und ein Heinricus scolaris, testis Pragae (1219).
3) Fontes II. 286. Studium Pragae perit.
4) Vgl. P. L. Wintera, die Culturthätigkeit Břevnows im Mittelalter. Studien
u. Mittheil. aus d. Benedictiner und Ciftercienserorden. Bd. 16. Raigern.
1895. S. 21 ff., wo aber für die musikalische Thätigkeit der Břevnower fast
gar nichts beigebracht wird.
18*)