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Titel Privatbrieg
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Titel - MVGDB
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Název:
Ein Hohenfurther deutscher Privatbrief aus dem XIV. Jahrhundert, MVGBD 40
Autor:
Bernt, Alois
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
5
Obsah:
- 151: Titel Privatbrieg
- 155: Titel - MVGDB
Strana 153
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Der Hof des Klosters zu Nußdorf und der Verweser daselbst werden
erwähnt am 14. Juni 1353 (Pang. S. 107). Dieser Verweser wird der
Briefschreiber sein.
Am 13. Oct. 1335 (Pang. S. 81) findet in Freistadt die Ueber-
gabe zweier Weingärten an das Kloster Hohenfurt statt, und zwar an
den Vertreter des Klosters „dem geistleichen herren hern Hainreichen
ze den tzeiten ierm pitantzer“. Der magister pitancie und das offi-
cium pitantiae wird in Hohenfurter Urkunden öfter erwähnt; er ist Ver-
pflegsverwalter. Da kaum zwei Professen des Namens Heinrich zur selben
Zeit im Stifte gelebt haben, müssen wir unsern Briefschreiber und Ver-
weser in Nußdorf und diesen Bitanzer für eine Person halten.
Auch die Person des Wulzendorfers, mit dem der Rechtsstreit aus
zufechten war, glaube ich nachweisen zu können in jenem Otto von
Wultzendorf, der um diese Zeit häufig in Wiener Urkunden auftritt.
Otto von Wultzendorf und seine Frau verkaufen mit Erlaubniß des
Lehensherrn Rudolf von Stadeck ihr Bergs und Vogtrecht, gelegen auf
Weingärten, an Hans von Gmunden am 25. Juli 1333 (Quell. I. 2274).
Er erscheint als Bergmeister bei dem Verkaufe eines Weingartens zu
Ottakring, 15. April 1339 (I. 782), als Amtmann und Bergmeister des
Probstes von Klosternenburg im Aug. 1340 (II. 223); er verkauft den
Grundzins, der ihm von dem Hohenfurt gehörigen und zu Nußdorf ge-
legenen Hofe zu reichen war, an den Abt Thomas um 17 Pfund Wiener
Pfennige, 19. April 1347 (I. 2279). Am 21. Jänner 1352 wird er als
todt erwähnt (I. 3112). Auch ein Haus eines Heinrich von Wulczendorf
wird in Wien bezeugt (i. I. 1335; I. 3018). Mit diesem in Nußdorf
begüterten Herrn dürfte der Streit gewesen sein, und vielleicht hat es sich
um die Grundzinse gehandelt, welche in der Urkunde d. F. 1347 von
Abt Thomas abgelöst wurden. Dann fiele der Brief in die Jahre
1343—47.
Der Herzog von Oesterr. ist Albrecht der Lahme, der mit Otto
dem Fröhlichen seit 1330 regiert. Der von Rosenberg ist Peter, gest. 1347,
welcher in der rosenbergischen Chronik (Pangerl S. 385) „gratiosissimus
ac specialis promotor ac fundator“ des Stiftes genannt wird. Er war
Oberstkämmerer von Böhmen uud konnte wohl einen gewichtigen Geleit-
brief zum Herzog von Oesterreich ausstellen.
Da aus dem Briefe hervorzugehen scheint, das dieser Geleitbrief
nach Wien mit Rücksicht auf die politischen Verhältuisse nothwendig sei,
kann man versucht sein, den Brief in eine Zeit kriegerischer Verwicklungen
zwischen König Johann von Böhmen und den Herzögen von Oesterreich