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Titel Gründung
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Titel - MVGDB
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Název:
Die Gründung der Kirche zu Liebenstein im Egerlande, MVGBD 40
Autor:
Siegl, Karl
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
18
Obsah:
- 498: Titel Gründung
- 515: Titel - MVGDB
Strana 512
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Heinz von Zedtwitz zu Neiperg, einen Sprossen des vogtländischen
Geschlechtes gleichen Namens, welches bereits 1392 unter Peter von
Zedtwitz in das Egerland eingezogen war, hier zunächst das Schönlinder
Gut und unter Konrad, einem Sohne ienes Peter, Neiperg bei Asch er
worben hatte.1)
Sechs Jahre nach diesem Verkaufe, am 24. Mai 1431, kam Kaiser
Siegmund mit dem Markgrafen von Brandenburg, dem Bischof Johann
von Würzburg, den Gesandten des Constanzer Concils, zwei Magistern der
Pariser Universität und Bischof Johann Stojkowič von Ragusa über Bam-
berg nach Eger, um hier mit den Hussiten zu verhandeln. Diese Gelegenheit
benützte nun der Pfarrer von Liebenstein, noch immer Conrad von
Lobdo, um sich sämmtliche, die Liebensteiner Kirche betreffende Stiftungs-
und Confirmationsbriefe auch vom Kaiser bestätigen zu lassen. Der
Kaiser willfahrte dieser Bitte, und ließ unterm 25. Mai 1431 nachstehende
Urkunde ausfertigen:
„Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer Kunig zu allenczeiten
Merer des Richs vnd czu Hungern, zu Behem, Dalmacien, Croatien 2c.
Kunig. Bekennen vnd tun kund offembar mit diesem brief alleu den, die
In sehen oder hören lesen, das fur vus komen ist der Ersam Cunrad
von lobdo, pfarrer zu libenstein, vnser lieber andechtiger, vnd hat vns
Furbracht brieff vnd priuilegia der Stifftung vnd bestetigung vber die
egenant sein pfarrkirchen zu liebenstein, wie die der Ersam Erhart Rudusch.
Burger zu Eger, vnd ander Erber lute loblich begabet vnd gestifftet vnd
ouch ein Bischoff zu Regenspurg doruff redlich bestetigt hat, die wir alle
gesehen vnd gehort haben, vnd hat vns derselb pfarrer zu libenstein an-
dechticlich gebeten, daz wir als ein Romischer vnd Behemischer Kunig
solich stifftbrieff vnd priuilegia, die er von dem egenanten Erharten
Rudusch vnd ouch von andern frumen luten hat, die ouch dorczu Ir stewr
durch Irer Sele hail willen haben getan, genedielich geruchten zubestetigen,
beuestnen vnd Confirmiren. Des haben wir angesehen solich redlich vud
andechtig bete vnd ouch betrachtet daz loblich gut werich, das derselb
Erhart Rudusch vnd ander Stifftherren derselben pfarrkirchen haben getan,
vnd nemlich den Gotsdinst, der in der egenauten kirchen wirdet vol-
bracht vnd haben dorumb mit wohlbedachtem mute, gutem Rat vnd rechter
wissen dem egenannten pfarrer zu liebenstein vnd allen seinen nachkomen
alle solich sein Stifftbrief vnd priuilegie, die er dann zu derselben seiner
kirchen von dem obgenanten Erharten Rudusch vnd von wem er die hat,
1) Gradl, „Geschichte des Egerlandes“, S. 282, 283.