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Titel Gründung
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Titel - MVGDB
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Název:
Die Gründung der Kirche zu Liebenstein im Egerlande, MVGBD 40
Autor:
Siegl, Karl
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
18
Obsah:
- 498: Titel Gründung
- 515: Titel - MVGDB
Strana 511
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mein Fürmünde schüllen sich vnterczihen meiner geltschulde (ausständ.
Forderungen) vnd davon mein leipding vnd schulde bestellen vnd awsz-
richten noch iren trewen. Item, auch secze ich czu Fürmünden, was
awszezurichten ist in dem gescheffte, meinen Sweher hern hannsen von
Sparneck, mein weip Barbaran, Sigmund vnd Erhart die Juncherren.
vnd des alles czu warem bekenntnůs vnd czu geczeügnůs haben wir ob-
genanter Burgermeister vnd der Rat geheissen den francz Jöhell vnde
hanns hirnlos, bede gesworn des Rats, das sie Ire Insigell haben gehangen
an dysen offen brife In gegenwertigkeit hern hansen von Sparneck vnd
frawen Barbara, des Erharten Ruduschen Ewirtin seligen, vnd hensell
Ruduschen, seins Suns vnd Sigmunden vnd Erharten die Juncherren,
die auch all gebeten haben den Francz Jöhell vnd hannsen hirnlos, das
sie beide ire Ingesigell haben gehangen an dysen offen geschefft brife, In
on schaden. der geben ist am nehsten freitage nach aller heiligen tager
do man czalt von Cristes gepurde virtczehen hundert Jare vnd dornach
in den achtczehendem Jare.
(Orig. auf Perg. mit den an Pergamentstreifen hangenden, ange
kündigten zwei Siegeln. Urk.-Nr. 357 im Eg. St. A.)
Das Erwartete trat auch ein; Liebenstein kam an die Beiden von
Sparneck. Schon einige Tage nach Kundmachung des Testaments, am
11. November 1418, verpflichteten sich Ritter Hans von Sparneck,
gesessen zu Weißdorf, und Arnold, sein Sohn, mit der Feste Lieben
stein, die als Erbtheil wegen Ottilien an sie fiel, dem Könige und der
Krone Böhmen und verschrieben sich der Stadt, mit der Feste und all
deren Zugehör bei Stadt und Land Eger zu bleiben und sie bei etwaigem
Verkauf der Stadt zuerst anzubieten, 1) wogegen die Egerer mit dem Briefe
vom 12. November d. J. ihrerseits das Versprechen gaben, Hansen und
Arnold von Sparneck im Besitze dieser Feste zu schützen und zu schirmen.2)
Nur wenige Jahre blieb Liebenstein im Besitz der Sparnecke. Nach¬-
dem Hans von Sparneck, seine Hausfrau und ihr Sohn Arnold bereits
am 16. Mai 1424 zwei Höfe und eine Herberge zu Ratsam an Herrn
Konrad (von Lobdo), zur Zeit Pfarrer in Liebenstein, und an dessen Amts-
nachfolger zu handen der Kirche („die czu der wieden daselbst gehören schullen“)
verkauft hatten,3) verkauften sie in demselben Jahre, sicher aber zu
Beginn des Jahres 1425 den ganzen Liebensteiner Besitz um 3600 fl. an
1) Orig. auf Perg. im Eg. St.-A., Urk.-Nr. 358.
2) Gleichzeitige Abschrift im Eg. St.-A., Urk.-Nr. 359.
3) Orig. auf Perg. im Eg. St.-A., Urk.-Nr. 378.