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Titel Landbesitz
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Titel - MVGDB
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Název:
Bürgerlicher Landbesitz im 14. Jahrhundert. Anfang, MVGBD 40
Autor:
Lippert, Julius
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
51
Obsah:
- 1: Titel Landbesitz
- 51: Titel - MVGDB
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—
Prager Bürger beurkundet ist und aus der Reichsstadt Eger eingewandert
war.1) Die Familie breitete sich außerordentlich aus. Von einem
Wolfram stammten die Söhne Meinhard, Bohuslav, Frenzlin, Nikolaus,
Johann und Alexius und einige Töchter.2) Ebenso schnell muß die
Familie gesellschaftlich emporgekommen sein. Der erstgenannte Meinhard
gehörte bereits der Gesandtschaft an, die an den Rhein ging, um die
Luxemburger in das ordnungslose Land zu laden.3) Um 1332 kaufte
er von einem andern Bürger Grundstücke im Dorfe Břežan. Meinhard,
Bohuslav und Nikolaus gehörten dem Prager Schöffencollegium an.
Meinhards d. j. Sohn Wolflin — ein Bruder desselben hieß Henslin—
erwarb 1356 das Richteramt der Prager Neustadt und übersiedelte in die
selbe.4) Ihm folgte sein Sohn Wolfram Wolflîns5) im Besitze, und
der Sohn Meinhards — Wolfram Meinhards — wurde
Burggraf auf dem Wyschehrad (1373—1380); dessen gleichnamiger Sohn
aber, Wolfram Wolframi, schlug die geistliche Laufbahn ein und ist
der Geschichte als Erzbischof von Prag zur Zeit Wenzels bekannt. Aber
indem wir so vorausgreifen, stehen wir schon wieder vor einem „böhmi-
schen Adelsgeschlechte“! Bestände heute noch ein Zweig, so müßten diese
„Herrn von Skworetz“ so gut wie Czernin, Kolowrat u. a. zweifellos
dem sog. „Uradel“ beigezählt werden.
Wenn der Name Bohuslaw, der dann wieder auf dessen Söhne
überging, in diesem deutschen Hause eine große Rolle spielt, so zeigt das
eben, wie unberechtigt banale Schlüsse sind, die sich an einen Namen an
und für sich knüpfen. Der Sohn Bohuslavs, Peter — gen. Peslin
Bohuslai — tritt uns als Patronatss und Gutsherr des nahen Kundra-
titz entgegen.6) Nachweisbar seit 1376 bis an's Ende des Jahr-
hunderts finden wir Kundratitz. das nachmals durch den Schloßbau König
Wenzels berühmter wurde, mit seiner alten Ritterfeste im Besitze eines
Prokop Bohuslai, der ein Bruder des vorgenaunten sein dürfte. Der-
selbe führte auch den Beinamen „der Schwarze“ und theilte 1389 das
Patronat mit Bohuslav, den wir für seinen Sohn halten dürfen.7) Im
alleinigen Besitze folgte dann dieser Bohuslav, den die Consistorial-
1) Vergl. Tomek, Prag I 332.
2) Emler Reg. III 1317, 147.
3) Emler R. III 1312, 48.
4) 1. erect. III 1356, 283.
5) 1. conf. 1364, 56; 1365, 70.
6) 1. conf. I 1356, 9; II 1358, 73; 1362, 185.
7) 1. conf. 1389 p. 209; 1376, 49; 1396, 256.