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Titel Landbesitz
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Titel - MVGDB
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Název:
Bürgerlicher Landbesitz im 14. Jahrhundert. Anfang, MVGBD 40
Autor:
Lippert, Julius
Rok vydání:
1902
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
51
Obsah:
- 1: Titel Landbesitz
- 51: Titel - MVGDB
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anderen den Dörfern Přišimasy, Skřiwan und dem genanuten
Radoschin. Wir finden diese ansehnliche Herrschaft gegen Ende des
Jahrhunderts im Besitze jenes Wyschehrader Burggrafen Wolfram Mein-
hards, der nun gewöhnlich als Wolfram vonÖkworetz schlechtweg auf-
tritt. Er besaß auch noch das Dorf Zelence in der Brandeiser Gegend,
das mit den Zinsen für eine noch zu erwähnende Stiftnng im Hause der
Wolframe belastet war. König Wenzel erlaubte seinem „geliebten
Wolfram von Skworetz“ um seiner Dienste willen dieses mit Stiftungs-
zinsen belastete Dorf zu verkaufen und die Zinsen auf sein Dorf Prisi¬
masy zu verlegen.1) Es überrascht nicht, wenn dieser Bürger im Fürsten-
dienste fortan die Titel famosus und dominus führt und in nichts von einer
Adelsperson des Landes unterschieden erscheint, auch wenn er dabei immer
noch Bürger bleibt,2) ein Beweis, wie trotz der Fortschritte der Stände
begrenzung solches damals immer noch möglich war.
Dem Anscheine nach tritt fortan eine neue Familie des Landes her-
vor, die der Herrn von Ökworec. Als Söhne Wolframs werden uns
genannt: Wolfram, um 1392 Probst bei St. Apollinar, nachmals
Erzbischof, dann Paul und Wenzel;der erstere ist natürlich honorabilis;
aber auch Paul führt den Titel famosus armiger; er ist nicht mehr
civis.3) Von soustigen zahlreichen Gliedern des Hauses interessirt uns
hier nur der schon genanute Prokopius niger Bohuslai und Simon
Bohuslai. Ersterer hat das größere Měcholup bei Prag, das vordem
einem Mertlin Stach, also gewiß auch einem Bürger gehört hatte, wie
es scheint erst erworben, jedenfalls aber um 1382 besessen.4)
Simon Bohuslai aber ist schon im Jahre 1369 im Besitze der
Güter Roztok und Klecan zu beiden Seiten der Moldau unterhalb
Prag.5) Simon tritt nicht mehr als Bürger, sondern nur noch als „do-
minus . . . miles“ auf, obwohl seine Patronatsverhältnisse zu Prager
Kirchen, insbesondere zur Michaelskirche auf der Neustadt noch auf den
alten Zusammenhang zurückreichen.6) Nun tragen ihn junkerliche Unter
nehmungen weiter weg von Prag. Wir finden ihn um 1367 in Be
ziehungen zu Amselberg (kosova hora), dessen Kirchenpatronat er
mit seinen Brüdern Heinrich, Mutina und Johann in der Weise theilt,
1) 1. erect. II 1385, 219.
2) 1. cof. 1386, 188.
3) 1. ef. 1412, 45.
4) 1. erect. II 1382, 197.
5) 1. erect. I 1369, 72.
6) 1. conf. 1369, 2.