z 94 stránek
Titel
I
II
III
IV
V
VI
Vorwort
VII
VIII
Inhalt
IX
Einleitung
1
2
3
4
Privilegien
5
6
7
8
9
10
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Urkunden
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Immunitätsformular
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Exkurse
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Verzeichnis
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Název:
Beiträge zur Diplomatik der mährischen Immunitätsurkunden
Autor:
Zatschek, Heinz
Rok vydání:
1931
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
94
Obsah:
- I: Titel
- VII: Vorwort
- IX: Inhalt
- 1: Einleitung
- 5: Privilegien
- 29: Urkunden
- 47: Immunitätsformular
- 61: Exkurse
- 80: Verzeichnis
Strana 15
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Boczek den wahren Sachverhalt verdunkelt, indem er in seinem
Abdruck das inserierte Privileg fortließ und auf das Wenzels I. von
1232 (vide T. II. n. CCXIV) verwies. Zu den Angaben des Diploms
von 1270 scheint das sehr gut zu passen, denn wir lesen hier: privi-
legia sanctissime recordationis Ottakari avi nostri quondam regis
Boemie nec non incliti patris nostri regis Wenzeslai . . . vidimus
in hunc modum. In Wirklichkeit liegen die Dinge doch anders. Nicht
das Privileg Wenzels I. von 1232, sondern das Přemysl Ottokars I.
von 1228 ist inseriert. Ein Vergleich mit den beiden Originalen
ergibt aber, daß keines von beiden Vorurkunde gewesen sein kann.
In Betracht kommt vielmehr das Spurium von 1228. Damit ist
allerdings die Vorlagenfrage noch nicht völlig erledigt. Die Sätze
von Hinc est — in hunc modum vor dem Insert und die Worte
Cum igitur — gratam habere volumus et ratam — diese allerdings
stärker überarbeitet — stammen aus dem Privileg von 1256. Die
Ubereinstimmung mit dem Falsum zu 1228 ist so stark, daß dieses
entweder im Jahre 1270 als Vorlage benützt worden oder aus dem
Privileg Premysl Ottokars II. abgeleitet sein muß. Nur an zwei Stellen
stimmt die Urkunde von 1270 mehr mit den Originalen von 1228
überein, es handelt sich hier aber um Einfügung von Worten, denen
keinerlei Bedeutung zukommt1). Auf diesem Weg ist über das Ab-
hängigkeitsverhältnis beider Texte kein Ergebnis zu gewinnen. Und
die Beobachtung, daß 1270 in der Besitzliste zwischen Chvalchowiz
und Zdeboriz2) noch Doloplaz eingeschoben ist, gestattet für die
Priorität des Spuriums nur einen Wahrscheinlichkeitsschluß. Aus-
schlaggebend ist etwas anderes. Unter den Zeugen nennen A1 und A2
einen Henricus3) de Bozen, Verene, Iohannes Lozoz. Daraus ist
in der Fälschung Henricus de Gozenbereue, Iohannes Iozoh geworden,
während das Privileg von 1270 Heinricus de Gozevberue, Iohannes
Iozoch hat. Die Form Gozevberue steht Bozen, Verene nicht so
nahe, wie Gozenbereue, damit ist auch gesagt, daß das gefälschte
Privileg Vorlage für das Přemysl Ottokars II. von 1270 gewesen ist,
aller Wahrscheinlichkeit nach ist es für diesen Zweck angefertigt
worden. Damit hätten wir den terminus ante quem für die Ent-
stehung der Fälschung genauer als Friedrich festgelegt, wir hätten
aber auch einen Anhaltspunkt, wann das Deperditum von 1209/13
vernichtet worden ist, wann man das auf ihm angebrachte Siegel
für andere Zwecke benötigte 4). Die Dörfer der Troppauer Provinz,
die 1270 außerdem bestätigt werden, sind zum größten Teil bereits
in einem Privileg Innozenz IV. von 1250 Dezember 185) und in
einer Urkunde des Bischofs Bruno von Olmütz von 1265 Februar 256)
1) S. 426 Z. 11 merito zwischen sicut und debemus. S. 428 Z. 24
abbate zwischen Alberto und venerando.
2) S. 427 Z. 31.
3)
Heinricus A2.
4)
Über das Siegel auf dem Spurium von 1228 vgl. unten S. 63 f.
Potthast Reg. 14144; Erben I Nr. 1256; Boczek CDM. III Nr. 155.
6) Emler II Nr. 474; Boczek CDM. III Nr. 370.
5)