z 94 stránek
Titel
I
II
III
IV
V
VI
Vorwort
VII
VIII
Inhalt
IX
Einleitung
1
2
3
4
Privilegien
5
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Urkunden
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Immunitätsformular
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Exkurse
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Verzeichnis
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- s. 9: … Ottokars I. von 1222 für die Klöster und Kirchen der Prager Diözese entnommen sind3). Komnt also das Spurium für Břevnov nicht in…
- s. 10: … tritt nun noch die für die Klöster und Kirchen der Prager Diözese 1222 ausgestellte Urkunde Přemysl Ottokars I.4). Sie bestimmt ausdrücklich, daß…
- s. 11: … Moment benützt hat, um für die Klöster und Kirchen der Prager Diözese eine Reihe von Freiheiten, vor allem auch den privilegierten Gerichtsstand…
Název:
Beiträge zur Diplomatik der mährischen Immunitätsurkunden
Autor:
Zatschek, Heinz
Rok vydání:
1931
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
94
Obsah:
- I: Titel
- VII: Vorwort
- IX: Inhalt
- 1: Einleitung
- 5: Privilegien
- 29: Urkunden
- 47: Immunitätsformular
- 61: Exkurse
- 80: Verzeichnis
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urteile eingeführt werden. In allen von dem Deperditum direkt oder
indirekt abgeleiteten Fassungen haben sie sich bis über die Mitte
des 13. Jahrhunderts hinaus zu behaupten vermocht. Es entsteht nun
die Frage, wie sie in das Formular hineingekommen sein können,
ob und wo sie früher als Beweismittel genannt werden. Im Glos-
sarium zum ersten Bande des von Friedrich herausgegebenen
Codex diplomaticus, der bis 1197 reicht, kommen sie überhaupt
nicht vor und in den bis zum Tode Premysl Ottokars I. ausgestellten
Urkunden sind sie selten genannt. Als völlig wertlos scheidet ein
Diplom für das Kloster Břevnov vom März 1220 aus1). Es ist eine
Fälschung, die zwar für die Strafgerichtsbarkeit außerordentlich
wertvolle Angaben enthält, in der Form aber erst zu Ausgang des
13. Jahrhunderts entstanden sein kann. Die Erwähnung der Gottes-
urteile geht hier auf ein Privileg des Markgrafen Premysl für Raigern
von 1234 zurück2), das dem mährischen Immunitätsformular folgt.
Bezeichnenderweise steht in der Fälschung der Satz aber in einem
völlig verschiedenen Zusammenhang. Uber den Diebstahl lesen wir
hier: ut omnes homines ecclesie Breunovensis habiti vel habendi,
sive sint rustici sive servientes, si quando de furto vel alio maleficio
accusati fuerint, non nisi per vicinatus testimonium se studeant
expurgare. Friedrich konnte bereits nachweisen, daß die kursiv-
gesetzten Worte aus dem großen Privileg Přemysl Ottokars I. von 1222
für die Klöster und Kirchen der Prager Diözese entnommen sind3).
Komnt also das Spurium für Břevnov nicht in Betracht, so
sind doch noch einige andere Urkunden heranzuziehen. Im Jahre
1222 hat Přemysl Ottokar I. für die Provinz Znaim die Statuten
Konrad Ottos bestätigt4), die Fassung des Kontextes hat Friedrich
dem Notar Ottokar 5 zugeschrieben. Die Bestimmungen über den
Dieb decken sich hier inhaltlich mit denen des mährischen Immunitäts-
formulars. Si fuerit fur aput aliquem nobilem vel aput aliquem,
cuius est villa, et dederit eum curie, omnia bona sua sint et collum
suum in potestatem principis detur. Die Bestätigung der Statuten
für die Provinz Brünn von 12295) wiederholt diese Sätze wörtlich6),
ebenso die von Herzog Ulrich 1237 für die Provinz Lundenburg
erteilte7). In diesen drei für Mähren ausgestellten Bestätigungen
finden sich auch Bestimmungen über den Vorgang bei iudicium
aque und eine Erwähnung des iudicium ferri. Es bleibt noch ein
Privileg für die Prämonstratensernonnen in Doxan von 1226, das
auch Gottesurteile nennts). Das iudicium aque vel candentis ferri
findet Anwendung per naroc, sive culpa, que fit per zwod, sive
3)
4)
5)
6)
Ulrichs;
Verbum
1) Friedrich CDB. II Nr. 375.
2) Erben I Nr. 862; Boczek CDM. II Nr. 250.
Friedrich CDB. II Nr. 227.
Friedrich CDB. II Nr. 234.
Friedrich CDB. II Nr. 325.
Nach collum steht statt suum: eius, ebenso in der Bestätigung Herzog
hier ist außerdem die Abfolge der letzten vier Worte umgestellt, das
ist an die Spitze gerückt.
7) Erben I Nr. 920; Boczek CDM. II Nr. 283.
8) Friedrich CDB. II Nr. 286.