z 94 stránek
Titel
I
II
III
IV
V
VI
Vorwort
VII
VIII
Inhalt
IX
Einleitung
1
2
3
4
Privilegien
5
6
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8
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Urkunden
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Immunitätsformular
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Exkurse
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Verzeichnis
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Název:
Beiträge zur Diplomatik der mährischen Immunitätsurkunden
Autor:
Zatschek, Heinz
Rok vydání:
1931
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
94
Obsah:
- I: Titel
- VII: Vorwort
- IX: Inhalt
- 1: Einleitung
- 5: Privilegien
- 29: Urkunden
- 47: Immunitätsformular
- 61: Exkurse
- 80: Verzeichnis
Strana 34
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Angabe aus dem Verzeichnis 3187, die Teige mitteilt: anno circiter
1233 aut 1234 idem Premislaus marchio Moraviae concessit ecclesiae
Gradicensi eandem in omnibus immunitatem, qua gaudet ecclesia
cathedralis Olomucensis. Habetur hoc privilegium in originali sine
die et anno kommt der richtigen Entstehungszeit des Immunitäts-
privilegs erheblich näher als die spätere Forschung1). Wenn es nun
in der Urkunde heißt: ut in omnibus eam libertatem habeat Gradis-
censis ecclesia, quam ab antiquis temporibus et sub nostris se gaudet
dotatam sancta Olomucensis ecclesia, so führt die Erörterung der
Vorlagen zu einem anderen Ergebnis.
Die Sätze von Libertas autem bis remaneant ecclesie inte-
graliter stammen, von einigen Umstellungen und Zusätzen abge-
sehen, aus einer der beiden 1228 für Oslavan und Velehrad aus-
gestellten Immunitätsurkunden. Da in diesem Teil die Privilegien von
1228 keine nennenswerten Abweichungen aufweisen, ist vorläufig
eine sichere Zuweisung der Hradischer Urkunde nicht möglich. Bei
der Gestaltung des Wortlautes muß aber noch eine andere Urkunde
benützt worden sein. Während die Privilegien von 1228 über den
Dieb sagen: iudices autem, quorum interest, faciant de eo, quod
eis iustum videbitur, kehrt die Hradischer Urkunde mit den Worten
fur vero secundum quod placuerit principi vel beneficis, puniatur
vel absolvatur zur Formulierung von 1207 für Olmütz zurück2).
Umfangreiche Teile des Kontextes, und zwar nahezu wörtlich die
Sätze Ceterum quia bis in duplum restituant und Huius autem
bis componant, die Verfügungen über swod, narok und nochleg,
die Befreiung ab omnibus generaliter gravaminibus novis veteribus
consuetudinariis sive noviter adinventis, von den forensia, von Zoll
und Weggeld stehen ebenso in dem Immunitätsprivileg für Kloster-
bruck von 1234.
Wann kann in der Kanzlei eine solche Menge von Immunitäts-
urkunden vorgelegen haben? Denn da drei für ganz verschiedene
Empfänger in Betracht kommen, nämlich für das Bistum Olmütz
und die Klöster Oslavan und Klosterbruck, kann es sich hier nicht
um eine Empfängerarbeit handeln. Es muß während des Znaimer
Aufenthaltes des Markgrafen Přemysl im Spätherbst 1234 ge-
wesen sein. Damals befand sich die Oslavaner Urkunde von 1228
in der Kanzlei, die für die Raigerner und Klosterbrucker Immuni-
tätsprivilegien als Vorurkunde diente. Damit ist zugleich auch ge-
geben, daß die Teile der Hradischer Urkunde, die früher nicht mit
Sicherheit einer der beiden 1228 ausgestellten Urkunden zuge-
1) Das älteste Verzeichnis der Hradischer Urkunden von 1642 nennt
nach Teige a. a. O. S. 43 noch zwei Bestätigungen der Urkunde von 1234
aus den Jahren 1272 und 1282, die scheinbar nicht mehr erhalten sind. Ver-
mutlich handelt es sich hier aber um einen Irrtum, da Přemysl Ottokar II.
1270 nahezu alle wichtigen Hradischer Urkunden in Form von Inserten bestä-
tigte. Die Annahme, er könnte zwei Jahre darauf das Privileg von 1234 nochmals
bestätigt haben, darf wenig Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen.
2) Kursiv die Übereinstimmung mit Friedrich CDB. II Nr. 59. Der
Diktator des Hradischer Privilegs hat die Fassung A2 benützt, die allerdings
statt fur: ipse vero hat und durch diese Anderung den Wortlaut von A1 gefunden.