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Titel – Pfarrinventar
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Titel – Jahrbuch
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Název:
Das älteste Egerer Stadtsteuerbuch vom Jahre 1390 (Jahrbuch des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen)
Autor:
Siegl, Karl
Rok vydání:
1929
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
35
Obsah:
- 65: Titel – Pfarrinventar
- 99: Titel – Jahrbuch
Strana 86
— 86 —
Itom so sullen die deutzschen herren vnd der orden von ir
pferrlicher gerechtigkait wegen alle tag teglich messe lassen
halden nach dem in129) gesaczt vnd herkomen ist.
Fol. 16 a. Item, so sullen des Sigmund Franckengrueners
Kinder vnd der Katherina Delniczerin 150) Kinder ein messe las-
sen halden vnd stiften auf sand Linharts altar zu der tagmeß
von des Hanns Franckengrueners wegen151).
(Die mittlere Partie der Blattseite uubeschrieben.)
Item, ein ewig lampenlicht in der pfarr vor gotzleichnam
tag vnd nacht zu halden.
Item, vor des Franckengrueners altar ein ewig lampen-
licht zu halden, richten die Franckengruener aws.
Item, ein ewig lampenlicht vor der heiligen dreyer Kunig-
altar zu halden, tag vnd nacht, kumbt von den Junckhern, rich-
ten die kirchenveter aws.
Item, so hat die Rudiger Junekherrin gestifft, ewiclich zu
geen vor dem gotzleichnam zwen schueler zu singen; richten
die Kirchenveter aus.
Fol. 16 b. Item, so sol der her von Waltsassen alle tag teg-
lich ein messe in dem stainhaus152) lassen halden, ee, wenn man
das thor aufsperrt.
(Die übrige Blattseite ist unbeschrieben.)
Fo1. 17a. Item die eynnam zu sand Erhart aul dem sloß
zu Eger153); ist Erhard Werndl154) kirchenvater, das er vnd
149) Ihnen.
150) Die Delnitzer, ein Johannes D., Mönch in Waldsassen
1308, 29. 3., Niklas D., Bürger in Eger 1310—20, im Achtbuche I
(Siegl, a. a. O., Note 3).
151) Nach den oben angeführten Messestiftungen befanden sich
also in der Kirche 14 Altäre, u. zw.: 1. der Altar im Chor, der Haupt-
altar, 2. der St. Petersaltar, 3. der hl, drei Königsaltar, 4. der Gerst-
ner-Altar, 5. der Rudusch-Altar, 6. der Schreul-Altar, 7. der Zich-
ner-Altar, 8. Unser Frauen-Altar (in der Mitte der Kirche), 9. der
Barbara-Altar, 10. der Katharina-Altar, 11. der Dreifaltigkeits-Al-
tar, 12. der Leonhardi-Altar, 13. der Märtyrer-Altar (14 Nothelfer?)
und 14. der Zwölf-Apostel-Altar. Diese Altäre mögen wohl aus der
alten Kirche wieder aufgerichtet worden sein.
152) Das Steinhaus, domus lapidea, domus monachorum, in
der heutigen Rothkirchstraße (NC. 469 alt, 6 neu), erstmals in einer
Urkunde König Philipps 1203, 21. 2., erwähnt, war das Amtsge-
bäude für die Richter des Klosters Waldsassen, welche die soge-
nannte niedere Gerichtsbarkeit über die im Egerlande ansüssigen
Stiftsuntertanen inne hatten. Zeitweilig verbrachten hier auch ein-
zelne Klosteräbte ihre letzten Ruhetage. Im J. 1339 ließ hier Abt
Griebl eine Kapelle einbauen, welche Herzog Richard von Bayern
1560 wieder aufhob. In diesem Jahre wurde darin der letzte Gottes-
dienst gehalten.
153) Die Egerer Doppelkapelle wird in einer Urk. Kön. Frie-
drichs vom 12. Juli 1213 zum erstenmale erwühnt. Die untere