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- s. 235: … Bemühungen des Karlsteiner Burggrafen Benesch von Weitmühl, des Münzmeisters im Königreiche Böhmen, um den Maler Paul von Eger für die Ausführung eines…
- s. 243: … unterschätzendem Werthe. Der Burggraf von Karl¬- stein und Münzmeister des Königreiches Böhmen Herr Benesch von Weit- mühl, der gewiß oft in Prag…
Název:
Beiträge zur Geschichte der Klöster und der Kunstübung Böhmens im Mittelalte II, MVGDB 34
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
24
Obsah:
- 225: Titel Beiträge
- 248: Titel - MVGDB
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sich gegen eine Verschiebung der Ausführung bei ungünstigem Wetter oder
im Winter ausgesprochen, weil ihm dies „schaden brecht“, so ist es au-
gesichts der vorgerückten Zeit überhaupt fraglich, ob die Komotauer Arbeit
1487 angefangen wurde. Darf ihr Beginn und ihre Ausführung erst
mit 1488 angesetzt werden, so reiht sich dies ganz natürlich in die contro
lirbare Thätigkeit Meister Pauls ein, der somit von 1488 an den in
Mai 1487 übernommenen Malereien in Komotau gearbeitet haben kann.
Vermag man auch zur Stunde noch uichts Zuverlässiges über die
Art, den Stoff und den für die Ausführung in Aussicht genommenen
Ort dieser Malereien zu erbringen, in welchen ein vielleicht interessantes,
jedenfalls aber zeitlich genau bestimmbares Werk spätgothischer Malerei
verloren ging, so sind doch die aus den Briefen des Herrn Benesch von
Weitmühl zu erweisenden Thatsachen für die Kunstgeschichte Böhmens im
Zeitalter Wladislaws II., dessen Kunstschöpfungen gewisse Kreise so gern
als ausschließliche Offenbarungen des tschechischnationalen Geistes ausgeben
möchten, von nicht zu unterschätzendem Werthe. Der Burggraf von Karl¬-
stein und Münzmeister des Königreiches Böhmen Herr Benesch von Weit-
mühl, der gewiß oft in Prag verweilte und dabei wohl ab und zu Ge-
legenheit finden mochte, selbst oder durch Persönlichkeiten seines Umganges
auf die Meister der Landeshauptstadt aufmerksam zu werden, erwählte
nicht einen der letzteren, als er die Ausführung der Malereien zu Komotau
ins Auge faßte. Wie Wladislaw II. selbst die Stadt Eger im Jahre
1476 um die Ueberlassung des Steinmetzmeisters Erhart zur Aufführung
seiner Bauten ersucht hatte, 1) so wandte sich 1487 ein Adeliger des
Landes in angesehener Stellung, der vielfach am Hofe des Königes ver-
kehrte, gleichfalls nach Eger, um für die Ausführung eines Auftrages
den daselbst vielbeschäftigten Maler Meister Paul zu gewinnen, über
welchen er offenbar mindestens Günstiges erfahren hatte, falls er ihn
nicht bereits persönlich kannte. Diese Thatsache läßt wohl schließen, daß
Herr Benesch von Weitmühl den Egerer Meister Paul für denjenigen
Meister hielt, der die beste Ausführung des Planes zu verbürgen schien.
Die dreimaligen, immer dringender werdenden Mahnschreiben zeigen un-
bestreitbar, daß der Besteller besonderen Werth darauf legte, den Auftrag
gerade durch den Maler Paul von Eger ausführen zu lassen, und trotz
unliebsamer Verzögerung uicht daran dachte, die Ausführung einem an-
deren Meister zu übertragen. Die Prager Maler des Jahres 1487 kamen
1) Neuwirth, Urkundliche Streiflichter zur Kennzeichnung der Spätgothik in
Böhmen. Zeitschrift für Bauwesen, 44. Jahrg. Sp. 534 u. f.