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- s. 113: … möchte) doch mit vollem Rechte aus sehr gewichtigen Gründen. Die Prager Hochschule ist die erste Universität, die auf dem Boden des deutschen…
- s. 125: … 1896) im vierten Capitel: „Die humanistische Reformation der Universitäten“ der Prager Hochschule (S. 150) nur mit wenigen Zeilen und nennt nur Bohuslav…
Název:
Zur Geschichte der deutschen Universität in Prag, MVGDB 37
Autor:
Hauffen, Adolf
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
19
Obsah:
- 110: Titel Zur Geschichte
- 128: Titel - MVGDB
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lischen Charakter der Universität und gewährten auch Akatholiken die
Zulassung zum Lehxamte und zu akademischen Würden. In Wirklichkeit
wurden freilich noch lange beschränkende Bestimmungen aufrecht erhalten.
So protestirten z. B. noch im Jahre 1863 das theologische Doctoren und
Professorencollegium gegen die Wahl des protestantischen Professors der
Zoologie Dr. Friedrich Stein zum philosophischen Decan, was insofern
einen Erfolg hatte, als der das ganze Jahr unbehindert weiter amtirende
Decan vom Ministerium nicht bestätigt wurde. Erst mit den Bestimmungen
des Jahres 1873, wornach unter Anderem auch das Kanzleramt des
Prager Erzbischofs auf die theologische Facultät beschränkt wurde, trat
eine völlige Emancipirung der Universität in confessioneller Beziehung ein.
Die Unterrichtssprache der Prager Universität war, wie die sämmt-
licher deutscher Universitäten bis tief in das 18. Jahrhundert hinein, das
Lateinische. Wenn wir unsere Alma mater als die älteste deutsche
Universität bezeichnen, so geschieht dies (wie ich zu den betreffenden Aus--
führungen der Festschrift hinzufügen möchte) doch mit vollem Rechte aus
sehr gewichtigen Gründen. Die Prager Hochschule ist die erste Universität,
die auf dem Boden des deutschen Reiches und zwar von einem erwählten
deutschen Könige gegründet wurde. Sie war nicht nur für Böhmen, son-
dern vom Anfang an für das ganze Reich bestimmt. Das erweist unter An-
derem die Eintheilung ihrer Mitglieder in die vier Nationen: Böhmen
(d. h. die Einheimischen, außerdem Mährer, Ungarn, Südslaven und
Russen), Polen (d. h. Polen, Lausitzer und auch die Deutschen aus Schle-
sien, Meißen und Thüringen), Sachsen (d. h. Norddeutsche und Skandi-
navier), endlich Bayern (d. h. Deutschösterreicher, Süddeutsche und Rhein-
länder). Die Universität hat ferner in der That bis zum Ausgang des
14. Jahrhundertes den Tendenzen des Stifters entsprechend einen Mittel--
punkt des wissenschaftlichen Lebens für ganz Deutschland gebildet. Die
überwiegende Mehrzahl ihrer Lehrer und Hörer hat gleich zu Beginn
der deutschen Nationalität angehört. Schließlich hat sich unsere gegenwärtige
deutsche Universität aus der älteren Universität mit lateinischer Vortrags-
sprache ohne Unterbrechung entwickelt, auch ihre Siegel und Scepter bei-
behalten, während die tschechische Universität nach der Theilung im Jahre
1881 erst allmählich nach den einzelnen Facultäten gebildet wurde als eine
neue Anstalt, an die die Lehrkräfte von der alten Universität „übertreten“
mußten.
Schon unter Maria Theresia begannen einige Professoren, sich der
deutschen Sprache zu bedienen. Josef II. bestimmte im Jahre 1784 das
Deutsche sür die Mehrzahl der Fächer als Vortragssprache. Den gegen