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Titel - MVGDB
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Název:
Eine neue Bibelübersetzung des 14. Jahrhunderts, MVGDB 37
Autor:
Bernt, Alois
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
42
Obsah:
- 353: Titel Bibelübersetzung
- 394: Titel - MVGDB
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ie-Formen in die, sie erscheinen als i, y. Neben sulch findet sich oft
soten (= sôgetân).
Das ZahIwort 2 heißt m.: czwene, czwen; f.: czwu; n.:
czwe; gen.: czweier — Die Negation ist nicht, vereinzelt -en — die
Präposition und das Präfix heißt vor, vor-, czu, czu-.
Zusammenfassend können wir sagen: Wir finden durchaus md.
Vocalismus und vorwiegend md. Consonantismus. Die einzelnen Erschei¬
nungen weisen auf eine dem obd. Gebiete benachbarte md. Gegend.
Besonders sind es die Erscheinungen in der neuen bairischen Diphthon-
gisirung, welche uns einen Anhaltspunkt geben, das Denkmal in das
westliche Ostfranken oder nach Schlesien (nicht nach Deutschböhmen oder
Meißen) zu verlegen. Betrachten wir nun die oben erwähnte Eintragung
aus einer Urkunde Karls IV. und ziehen wir schließlich als nebensächlichen
Stützpunkt auch den Fundort der Bibel heran, so werden wir Schlesien
als Ort der Entstehung der Abschrift annehmen dürfen, mit welchem
Lande Böhmen in engster Verbindung stand.
Eine nähere Vergleichung mit schlesischen und deutschböhmischen
Denkmälern soll unser vorläufiges Ergebnis einer endgiltigen Entscheidung
zuführen. Naheliegend wäre es, die Abschrift in Böhmen zu localisiren.
Außer deutschböhmischen Urkundensammlungen haben wir im Prager
Stadtrecht des 14. Jahrhunderts ein umfangreiches Prosadenkmal, dessen
sprachlicher Zustand in ziemlicher Uebereinstimmung mit der Kanzlei der
Luxemburger steht, welche ihrerseits besonders gegen Ende des Jahr-
hunderts von unserer Bibelübersetzung stark abweichende Erscheinungen
aufweist. Doch mögen die wichtigsten Unterschiede von der deutschböhmischen
Mundart jener Zeit hier zusammengestellt werden. Es ist richtig, daß
wir auch für das 14. Jahrhundert in Böhmen nicht von einer einzigen
Mundart sprechen dürfen. Aber die schriftlichen Aufzeichnungen sind von
der Prager Kanzlei und ihrem Schreibgebrauch so beeinflußt, daß wir
einen ziemlich einheitlichen Charakter feststellen können. Wenn also auch
mancher nordböhmische Ort jener Zeit den lautlichen Charakter unserer
Hs. aufgewiesen haben kann, die schriftlichen Aufzeichnungen bewegen sich
immer ziemlich stark im Rahmen der Prager Kanzleisprache.
In allen Punkten, die im Folgenden nicht behandelt werden, finden
wir Uebereinstimmung. Aber mhd. 1 ei, ů«au (außer uf), iu eu
(außer frunt) erscheint schon zwischen 1340—50 in den deutschböhmischen
Urkunden im Uebergewichte, wenn nicht ausnahmslos durchgedrungen, im
vollsten Gegensatz zur Hs. Kr., die noch im Jahre 1380 (und sicherlich
als Sprache des Schreibers) mit ganz vereinzelten Ausnahmen die alten