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Název:
Die Grenzen zwischen Böhmen und dem Mühllande im Mittelalter und die Heimat der Wittigonen, MVGDB 37
Autor:
Sperl, Heinrich
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
13
Obsah:
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weiter nach Norden hin gelegen gewesen sein muß. In dieser Urkunde
wird nämlich ausführlich beschrieben, wie die Grenzen zwischen dem Ge-
biete des Gerichtes Haslach und dem Allodialgute Wittinghausen liefen.
Wäre hier schon damals die Grenze Böhmens gewesen, so stünden
in der betreffenden Urkunde doch wohl statt einer ausführlichen Grenz-
beschreibung einfach die Worte: „bis an die Grenzen Böhmens“ (Man
vergleiche die Karte Strnadts zum Jahre 1460).
4. Einen Beweis für die bei 3 aufgestellte Behauptung dürfte noch
Norbert Heermanns Rosenberg'sche Chronik 1) bieten. Der Herausgeber
Dr. Matthäus Klimesch weist S. 11 nach, daß Heermanns Chronik eine
in tschechischer Sprache verfaßte ältere Chronik zu Grunde gelegen sein
muß, die er Wenzel Březau zuschreibt. Letzterem Chronikenschreiber waren
aber in den Jahren 1594—1618 die Rosenbergischen Archivalien in
Wittingau, sowie die Archive der Klöster Hohenfurt und Goldenkorn 2.
zugänglich. Seite 66 der genannten Chrouik ist zu lesen: Joannes von
Roseuberg starb a° 1389, „hat aber vor seinem Todt ain Geschafft
gemacht . ... vndt etlichen Vudterthanen etwaß von den iahrlichen
Zünsen nachgelassen, ausser den Teutschen bey Wittigenstain (Witting-
hausen) vnndt denen in Frimburg (Friedberg), denselben nichts.
Da nun nicht nur Friedberg, sondern auch alle untliegenden ehe
maligen Besitzungen der Rosenberger noch heutzutage dem rein deutschen
Sprachgebiete angehören, so ist jedenfalls der Ausdruck: „denen in Frim-
burg“ identisch mit: „denen Undterthanen in Frimburg“ und „den Teutschen
bey Wittigenstain“ identisch mit: „den Undterthanen in dem deutschen
Gebiet Wittigenstain“ im Gegensatze zu den in Böhmen gesegenen Be
sitzuugen.
5. Zum Schlusse ist noch ein weiteres tschechisches Zengniß auzu-
führen, welches ausdrücklich bestätigt, daß die Burg Wittinghausen im
Mittelalter außerhalb des Königreichs Böhmen lag. Es ist wieder Wenzel
Březan, der Kenner der alten Rosenberger Urkunden, dem gewiß die
Familiensagen wohl bekannt waren. Wenn dieser auch die Fälschungen
über der Rosenberger Abstammung von den italienischen Orsini auf Treu
und Glauben mit in den Kauf genommen hat, so trägt doch folgende
Stelle, welche S. 22 in deutscher Uebersetzung des Norbert Heermann
angeführt ist, das Gepräge einer echten Familienüberlieferung. Sie lautet:
„Der Witko hat ihme im Gebürg vndt Stainfelsen ain Schloß angefaugen
1) Norbert Heermanns Rosenberg'sche Chronik. Herausgegeben von Dr. Matthäus
Klimesch. Prag 1898.