z 13 stránek
Titel Grenzen
394
395
396
397
398
399
400
401
402
403
404
405
406
Název:
Die Grenzen zwischen Böhmen und dem Mühllande im Mittelalter und die Heimat der Wittigonen, MVGDB 37
Autor:
Sperl, Heinrich
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
13
Obsah:
- 394: Titel Grenzen
Strana 394
394
Die Orenzen zwischen Böhmen und dem Aühl-
lande im Aittelalter und die Heimat der Witi¬
gonen.
Von
feinrich Sperl.
I. Hüdböhmens Grenzen im Nittesafter.
Für die Geschichte des Deutschthums im südlichen Böhmen und,
in genauem Zusammenhange damit, für die Geschichte der Witigonen ist
die Frage nach der Grenze zwischen Böhmen und dem alten Baiern.
d. h. der Grenze zwischen Böhmen und den Mühllande, von großer Be-
deutung und doch hat sie, soviel dem Verfasser bekanut geworden, nod
nirgends nähere Erörterung gefunden.
Die historischen Atlanten begnügen sich, die heutige Grenze auch für
das Mittelalter anzunehmen, aber die alte Grenze lag weiter nördlich
und wurde von der Moldau gebildet.
Wir haben hiefür Zeugnisse aus vier verschiedenen Jahrhunderten:
1. Die älteste Urkunde findet sich in den Mon. Boic. XXVIII. II.
S. 421: König Heinrich II. schenkte im Jahre 1010 dem Frauenkloster
Niedernburg „portionem siluae, quae uocatur Nordwalt in comitatu
Adalberonis in longitudine a fonte fluminis, qui dicitur Ilzisa, sursum
usque ad terminum praedictae siluae, qui separat duas terras.
Boioariam videlicet et Boemiam, et ita usque ad fontem fluuii, qui
dicitur Rotala usque ad fluuium danubii, quicquid ejusdem siluae
his finibus inclusum est.“ Es wird hier der ganze Nordwald als bairi
sches Gebiet erklärt und die Greuze des Nordwaldes gilt als Grenze für
Böhmen: „usque ad terminum praedictae siluae."
Dieser Theil des Nordwaldes war zu jener Zeit Urwald, der jeden-
falls ununterbrochen bis an die Moldan herabreichte, und heute noch ijt
der ganze nördliche Abhang dieses Landstriches bis an die Moldau herab
Wald; der Theil, durch welchen die hentige Grenze läuft, war also zu
jener Zeit uncultivirtes Land, und eine durch diese Wildniß hiulaufende
Grenzlinie kaun es nicht gegeben haben.
Die Grenzlinie war die Moldau.