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Titel - MVGDB
250
Název:
Die Bořivojlegende, MVGDB 37
Autor:
Spangenberg, Hans
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
17
Obsah:
- 234: Titel Bořivojlegende
- 250: Titel - MVGDB
Strana 234
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Die Bořiwojlegende.
Ein Beitrag zur Kritik des Cosmas von Prag.
Von
Dr. H. Spangenberg.
Die älteste Geschichte des tschechischen Stammes ist durch die Sage
iu ein undurchdringliches Dunkel gehüllt. Cosmas, der Vater der böhmischen
Geschichtschxeibung, hat die einheimische Tradition aufgezeichnet. 1) Nach
ihr ist Krok, den spätere Chronisten als Nachkommen Samos bezeichnen,
der älteste Landesfürst gewesen. Kroks Tochter Libuscha soll Přemysl
aus Staditz geheiratet haben, auf den das bis 1306 über Böhmen herr
schende Geschlecht der Přemysliden seine Abstammung zurückführt. Die
ersten Nachfolger Přemysls Nezamysl, Mnata, Wojen, Unislav, Křesa-
mysl, Neklan und Hostivit sind nur dem Namen nach bekannt.
Erst mit Hostivits Sohn Bořiwoj beginnt sich die böhmische Ge-
schichte aufzuhellen. Zu seiner Zeit waren die Tschechen, wie ihre Nachbar-
stämme, mit Mähren verbunden. Die Oberhoheit des deutschen Reiches,
welche die Karolinger bisher wenigstens dem Anspruche nach festgehalten,
wurde im Jahre 890 aufgegeben, als Arnolf zu Omuntesberg in aller
Form den deutschen Herrschaftsrechten zu Suatopluks Gunsten entsagte.2
Seitdem wurden die Böhmen in die Lebensbedingungen des großmährischen
Reiches hineingezogen. Nach des Cosmas Erzählung soll Bořiwoj damals
(894) vom Slawenapostel Method an Suatopluks Hofe getauft worden
sein. Der Chronist berichtet hierüber an zwei sich ergänzenden Stellen
1) Cosmae chron. Boemorum I 2 ff. M. G. IX 33 ff.
2) Ann. fuld. M. G. I 407; Reginonis chron. M. G. I 601.