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Titel St. Veitsdom
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Titel - MVGDB
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Název:
Der vorkarolinische St. Veitsdom in Prag, MVGDB 37
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 210: Titel St. Veitsdom
- 235: Titel - MVGDB
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Kirchenpatrones selbst 1) uur noch ein in der altslawischen Wenzelslegende
genaunter Altar der zwölf Apostel bekannt, an dessen rechter Seite man
den heil. Wenzel selbst beigesetzt hatte.2)
Die für den Baucharakter der ersten Veitskirche wichtigste Angabe
macht der älteste Geschichtschreiber Böhmens Cosmas, der den Ban noch
in seinen ersten Jünglingsjahren gesehen hatte und auch in seiner Stellung
als Dechant bei St. Veit über die Art der Anlage naturgemäß Zuver
lässiges berichten konnte. Er schildert die älteste Veitskirche Prags als
ein Gotteshaus, welches der heil. Wenzel „ad similitudinem Romanae
ecclesiae rotundam“ errichtet hatte. Eine Miniatur der Bautzener
Handschrift der Cosmaschronik bietet leider keineswegs eine innerhalb
der Burg gelegene Kirche als einen Rundbau, dessen bildliche Darstellung
wenigstens den Typus der Anlage richtig wiedergeben möchte, sondern
beschränkt sich uur auf die Andeutung der befestigten Burg selbst.3) Die
vom heil. Wenzel erbaute Veitskirche war also ein Rundban, für welchen
ein der römischen Kirche wohlbekauntes Muster verwerthet wurde; ja,
wenn in dem „Romanae“ durch Cosmas, wie es allen Anschein hat, ein
ganz bestimmter localer Hinweis gegeben werden sollte, da Cosmas selbst
in Italien gewesen war4) und sich über das als „Romanus“ zu Bezeich¬
nende zuverlässige Anschauungen bilden kounte, so müßte man das Vor-
bild für die erste Prager Veitskirche in jener Art des Centralbaues
suchen, der als Rundkirche in Italien während der altchristlichen Periode
nach römischen Mustern sich ausgebildet und auch vielfach als Grab-
kapelle Verwendung gefunden hatte. Da aber die Beuützung der Veits-
1)
3)
4)
sita eiusdem ecclesiae, cuius in medio nimis in arto loco erat mausoleum
sancti Adalberti; optimum ratus fore, ut ambas destrueret et unam utrisque
patronis magnam construeret ecclesiam.
Cosmae chron. a. a. O. S. 38. Tunc praesul .. ut ventum est Pragam,
iuxta altare sancti Viti intronizatur. — Ebendaj. S. 47. Anno dom. inc. 998
Nonis Julii consecratus est Teadagus .. ad cornu altaris sancti Viti in-
tronizatur.
2) Život sv. Václava. Font. rer. Boh. I. S. 134. In tschechischer Ueber-
setzung: I položili ho v chrámě svatého Víta .. po pravé straně oltaře
12ti apostolův. Aehnlich ebendas. S. 135.
Monumenta Germaniae historica. Script. IX. (Hannover 1851),
Taf. zu Cosmas. — Illustrirte Chronik von Böhmen. I. (Prag
1853), Taf. zu S. 13. — Ambros, Der Dom zu Prag. (Prag 1858) S. 32
behauptet unrichtig, daß diese Ansicht der Wenzelsburg auch „die älteste St.
Veitskirche in der beschriebenen Gestalt zeige.
Einleitung zu Cosmae chron. a. a. O. S. VII. — Palacký, Würdigung
der alten böhmischen Geschichtschreiber. (Prag 1830.) S. 2.