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Titel St. Veitsdom
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Titel - MVGDB
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- s. 220: … Bamberg bereits am 30. September 1143 die neue Weihe des Prager Domes vornehmen konnten,4) bis zu welcher zweifellos alle Beschädigungen wieder behoben…
- s. 226: … Gebieter. Die heutige Wenzelskapelle erweist sich als ein Bautheil des Prager Domes, dessen Errichtung aus mannigfachen Gründen 5) noch der vor Karl…
Název:
Der vorkarolinische St. Veitsdom in Prag, MVGDB 37
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 210: Titel St. Veitsdom
- 235: Titel - MVGDB
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dauerhaftem Ziegelbelage decken, 1) aus dessen besonderer Erwähnung auf
eine ursprünglich andere, wahrscheinlich nur hölzerne Dachdeckung geschlossen
werden darf; letztere hatte das Ausbrechen des Brandes im Jahre 1142
begünstigt. 2)
An den Langseiten des Domes waren zwei Thürme angeordnet.
Der am 10. April 1132 durch Blitzstrahl zerstörte Wenzelsthurm,3)
welcher zwischen dem Nicolausaltare und dem Grabmale des 1089 ge-
storbenen Bischofes Gebhard emporstieg, enthielt im Erdgeschosse eine
Kapelle; Ietztere war offenbar mit der schon vor 1068 erweiterten Wenzels-
kapelle identisch, da die Beisetzung der bei der Erweiterung beseitigten
Gebeine Podiwens, die Bischof Meinhard 1124 in einer Thurmkapelle1)
bergen ließ, gerade in einem diesem Heiligen geweihten Kapellenraume
natürlich erscheint; der treue Begleiter verdiente den Ruheplatz unmittelbar
neben seinem heiligen Gebieter.
Die heutige Wenzelskapelle erweist sich als ein Bautheil des Prager
Domes, dessen Errichtung aus mannigfachen Gründen 5) noch der vor
Karl IV. liegenden Bauperiode, wenn auch bereits der Gothik des 14. Jahr-
hundertes zufällt. Ihre Einbeziehung in den neuen Dombau, die augen-
scheinlich auf Wunsch des Bauherrn aus besonderen Rücksichten erfolgte
und vom zweiten Dombaumeister Peter Parler von Gmünd bis 1366
vollendet war, störte die Gleichmäßigkeit der Grundrißentwicklung des
Neubaues. Stand die Wenzelskapelle mit dem vorkarolinischen Veitsdome
in unmittelbarem Zusammenhange, so wäre ein solcher nur an der heutigen
Südseite denkbar, da die Fenstereinstellung in den drei anderen Wänden
ein nach diesen Seiten ursprünglich freies Vortreten des Kapellenraumes
und ehemals unbehinderten Lichtzufluß von Westen, Norden und Osten
1) Continuat. Cosmae a. a. D. S. 302. Anno domini 1276 Johannes,
episcopus Pragensis, cooperuit ecclesiam sancti Viti kathedralem pulchri
et durabilis operis lapideis tegulis.
2) Vincentii chronicon a. a. D. S. 412—413. Quidam nefarius . .
sagitte sue igne per artem adiuncto eam uersus monasterium sancti Uiti
dirigit, que tecto monasterii affixa predictum monasterium incendit.
3) Canonici Wissegrad. continuat. a. a. O. S. 215. Inaudita ful-
gura apparuerunt, ex quibus turris sancti Wenceslai succensa est .. sola
turris tantummodo combusta est, ecclesia autem tuta ab igne permansit
4) Cosmae chron. a. a. D. S. 187. Megnardus casu reperiens in sacrario
ossa Podivin condit humi in capella, quae est sub turre inter altare sancti
Nicolai episcopi et confessoris et tumulum Gebeardi episcopi. — Sieh
dazu oben S. 219, Aum. 2.
5) Neuwirth, Der Dom St. Veit zu Prag. (Borrmann-Graul, Die Baukunst.
2. Heft, Berlin 1898), S. 8.