z 26 stránek
Titel St. Veitsdom
210
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
232
233
234
Titel - MVGDB
235
Název:
Der vorkarolinische St. Veitsdom in Prag, MVGDB 37
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 210: Titel St. Veitsdom
- 235: Titel - MVGDB
Strana 232
232
Um den Kreuzgang als Grundstock der klösterlichen Anlage waren
die übrigen Gebändetheile der letzteren angeordnet. Als Capitelsaal
diente anfangs die Thomaskapelle,1) später aber die zwischen 1327 bis
1333 durch den Domdechant Heinrich errichtete Kapelle des heil. Geistes,2)
außer welchen beiden Kapellen noch eine Allerheiligenkapelle im Dom
kreuzgange3) bestand. Das gleichfalls für Capitelabhaltung benützte,4)
als selbständiger Bautheil vortretende Refectorium stieß an den Nordflügel
des Kreuzganges und zugleich an die Burgmauer an, mit welcher es im
Jahre 1281 in Folge eines heftigen Regens sich im Mauerwerke setzte,
daß man seinen Einsturz befürchten mußte;5) es lag demnach uördlich
vom Dome unmittelbar oberhalb des Abhanges gegen den Hirschgraben.
Neben dem Refectorium befand sich ein mit demselben in Verbindung
stehendes Haus, das 1305 dem Priester des Silvesteraltares 6) zugewiesen
wurde. Die nördliche Lage desselben ergibt sich aus der Ortsbestimmung
„aput altare s. Gothardi extra ecclesiam“; denn die Gotthardskapelle
war ja nach Durchbrechen der Dommauer „ad aquilonem“ erbaut worden,
weshalb ein ihr naheliegendes Gebäude gleichfalls auf diese Seite verlegt
werden muß.
Im Kreuzgange war auch links vont Eingange aus dem Dome ein
Altar zu Ehren des heil. Blasius aufgestellt,7) auf welchen man, da nicht
minder in dem Kreuzgange der Leitmeritzer Collegiatkirche während des
1) Sieh oben S. 229, Anm. 1 bis 3.
2) Tomek, Základy, III, S. 104. 1350 erklärt der Prager Canonicus Wernher
bei einer Stiftung „ad altare S. Spiritus, per avunculum nostrum piae
recordationis dominum Henricum decanum Pragensem in ambitu seu
capitulo ecclesiae Pragensis erectum.“ — 1343 erfolgt die Wahl Ernsts
von Pardubitz „apud eandem nostram ecclesiam in ambitu in capella
s. Spiritus, ubi capitulum per nos consuetum est celebrari."
3) Ebendaf. S. 104. 1358. Budco minister quondam altaris capellae Omnium
Sanctorum in ambitu ecclesiae Pragensis.
4) Ebendaſ. S. 119. 1349. Aput ecclesiam memoratam in domo refectorii,
in quo solitum est capitulum celebrari, congregati capitulariter; auch 1341
erfolgt die Aueftellung einer Urkunde durch König Johann „in domo refectorii
ecclesiae Pragensis“.
5) Continuat. Cosmae a. a. D. S. 342. (1281.) Item in ecclesia Pragensi
testudines claustri in longa via versus aquilonem omnes confractae et
dimidia parte ambitus claustri et refectorium cum muro castri mota sunt
de loco suo et omnia ruinam minantur.
6) Sieh oben S. 228, Anm. 6.
7) Sieh oben S. 229, Anm. 5.