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Titel - MVGDB
361
Název:
Zur wirthschaftlichen und staatlichen Entwicklung des Egerlandes I, MVGDB 36
Autor:
Werhold, A.
Rok vydání:
1898
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
34
Obsah:
- 328: Titel Entwicklung
- 361: Titel - MVGDB
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sommer von den südlichen Fehden in Bayern (mit der Stadt Regensburg
nnd deren Bischofe, mit Böhmen, Oesterreich, Steyermark) und in Schwaben,
wo sein Neffe, des kranken Herzogs Sohn Friedrich Barbarossa mit den
Zähringern im Kampfe lag, voll beansprucht, nicht minder auch von den
in Folge päpstlicher Anfrufe und Sendboten eintretenden Kreuzzugs-Bewe-
gungen, in denen er selbst (Weihnachten) mit seinem Neffen das Krenz
nahm. Nach langen Vorbereitungen dafür zogen Beide am 24. April
1147 von Nürnberg fort. Erst 1149 (29. Mai) traf Conrad, kurz nach
dem Neffen Friedrich wieder in Regensburg aus dem Oriente ein, um
nun zunächst seinen auch im Jahre 1146 aus Polen vertriebenen Schwa
ger Wladislaw II., den Gemahl seiner Halbschwester Agnes, dorthin zu-
rückzuführen und dann den Zug nach Italien anzutreten. Diese Anfüh-
rungen dürften die politischen und verwandtschaftlichen Verhältnisse klar
hervortreten zu lassen, unter denen fürs Egerland jene wichtigen Ereig
uisse eintraten, zu denen wir jetzt gelangen.
Der Schwabenherzog Friedrich Barbarossa, eben ans den
Oriente zurückgekehrt, vermählte sich 1149 mit des verstorbenen Mark-
grafen Dietpold von Vohburg ältester Tochter Adela oder Adelheid und
wurde so der Schwager der beiden jüngeren Vohburge. Bald nach der
Vermählung sehen wir Barbarossa im Besitze des egerländischen bisher
Vohburgischen Besitzthums (neben den in Händen seines Obeims König
Courads befindlichen Sulzbachsschen Landestheilen). Die Stauffen sind
es, die fortan die Weiterführung der vohburgischen Anfänge im Eger-
lande übernahmen, indem sie ganz an Stelle der Vohburger traten, aber
in großartigerem Maße Erfolge zu erzielen vermochten.
Dieser Besitzerwerb war eine sehr wesentliche Vermehrung und Ab-
schließung der bisherigen in Franken, Nordgan und Egerland zerstrenten
Besitzungen des Hauses der Stauffen, wenngleich die egerischen in der
Hand zweier Zweige der Stauffen1) lagen. Leider ist dieser eigentliche
Vohburger Egerbesitz, soweit er nach mehrfachen Klosterstiftnngen und
etwaigen sonstigen Vergebungen noch vorhanden war — als echtes Eigen,
als Lehenrecht über Vergabtes, als offerirt erhaltenes Lehen — außer
halb seines Mittelpunktes Eger speciell nicht näher nachweisbar. Einzelne
Gebietstheile müssen auch in der Hand der Vohburge zurückgeblieben sein,
da wenigstens Berthold noch 1158 Zehente im Nordwalde dem Kloster
Waldsassen schenkte. Daß im Egerlande auch anderweitige große Ge
schlechter Besitzungen hatten, ist schon oben wiederholt berührt. Sicher
1) Drivok 39, 40. Kürschner 7.